Ich nehme mal unsere Entscheidung aus dem Spätherbst 2017 vorweg: Dies hier war wahrscheinlich unsere letzte Fahrt mit einem eigenen Wohnwagen. Dazu jedoch zu Schluß oder in unseren Berichten 2018 mehr.

Wir sind also im Jahre 2017 und freuen uns, mit unserem Wagen in Richtung französischer Mittelmeerküste zu fahren. Wir haben 4 Wochen Zeit. Davon wollen wir 14 Tage mit unseren Kindern in Bormes les Mimosas verbringen. Die Hin- und Rückfahrt gestalten wir wieder mehr oder weniger ungeplant.

Am 14.06. ging es los. Wir starteten gegen 6:30 vom Rottsberg in Hildesheim bei 11 Grad Celsius! Nach 600km standen wir gegen 15:30 bei 28 Grad Celsius auf dem Platz Nr. 47 des Campinplatzes "Camping Tohapi Ile du Rhin". Eis essen in Breisach, Einkaufen in Neuf Brisach, D und F von der Insel mit Fahrrad erleben! Das war total Klasse!

Der Platz ist parzelliert aber großzügig und offen. Sanitär sind sauber und modern. Die Wege dorthin sind "rechtzeitig" erreichbar. Wir zahlten 18,50 Euro komplett für zwei Personen, Auto, Wagen, Strom etc pro Tag. Es gibt leider keine Bademöglichkeit in unmittelbarer Nähe, den Fluß sieht man vom Platz nicht. Ein kleiner Spaziergang und man hat eine schöne Sicht auf die Altstadt von Breisach. Ausser Baquette-Service ab 8:30 ist wochentags in der Vorsaison nichts los. Aber für uns ist das total ausreichend. Auf der Insel (sie gehört zu Frankreich) befindet sich neben dem Campingplatz ein Gewerbegebiet. Wochentags ist es ab 7:00 unüberhörbar.

                                         

 

                                      

Freiburg war ein schöner Tagesausflug am nächsten Tag:

                                                                      

     Am 16.06. (Freitag) gegen 7:30 erwachten wir bei ca 20 Grad Celsius. Nach einem netten Frühstück hatten wir gegen 9:30 alles zusammen gekramt und machten uns auf den Weg. Meine Idee war, mal die junge Rhone zu sehen. Aus der Schweiz raus aber noch nicht beschiffbar haben wir sie des öfteren im Vorbeifahren gesehen und die Farbe des Wassers bewundert. Irgendwo gibt es da sicher Campingplätze. Unseren Campingplatzführer hatten wir dabei. Das Ziel war ja nur grob abgesteckt.

So fuhren wir auf der deutschen Seite über die A5, auf französicher Seite die A36 über Mulhouse bis Besancon, wo wir auf der N83 bis Bourg en Bresse gelangten. Auf der A36, kurz hinter Montbeliard überholte uns ein Auto mit Hildesheimer Kennzeichen. Unsere Freunde (Ulli und Ulla) lotsten uns auf den nächsten Parkplatz. Das sie auch in Richtung Mittelmeer unterwegs waren, wußten wir. Das wir uns dort auch treffen, war abgemacht. Hier auf der Autobahn, das war purer Zufall. Die Freude war groß, wir machten eine nette Pause. 

Ab Bourg en Bresse fuhren wir ein wenig Autobahn und verließen die A42 bei Amberieu. Unser Campingführer wurde hier zu Rate gezogen und wir beschlossen, nach Porcieu-Amblagnieu zu fahren. Ab Amberieu die D1075 und kurz nach Überquerung der Rhone, bogen wir ab nach Porcieu-Amblagnieu. Hier befindet sich (wieder auf einer Insel) der Campingplatz "Espace eau vivre". Wir kamen hier gegen 16:00 nach 373km bei 27 Grad Celsius an. Was wir nicht wußten: Dieser Platz ist vorrangig von Kanuten besucht. Weil, der Platz liegt zwischen der Rhone und einem Kanal. Diese Lage und der leichte Höhenunterschied wurde genutzt, um quer über den Platz eine künstliche Wildwasseranlage zu erbauen. Wir fanden es toll! Der Platz ist unparzelliert, jeder sucht sich eine Lücke, der Preis lag für uns bei 15,60 komplett pro Nacht, Sanitär war für uns in Ordnung. Ein wenig Verpflegung ist käuflich erwerbbar, Baquetteservice ab 9:00 wird geboten, Restauration ist minimal auch vorhanden. Die Landschaft ist diesen Abstecher wert!!

 

                      

   

 

Am Samstag gegen 7:00 freiwillig aufstehen, das geht wohl nur im Urlaub. Bei 20 Grad Celsius erlebten wir einen wunderschönen Sonnenaufgang inmitten des satten Grüns der Landschaft. Wir hatten noch Baquette vom Vortag. Vom Bäcker ist dies noch so gut, wie das Frische aus deutschen Geschäften. Gegen 9:00 deckten wir uns auf dem Campingplatz mit frischem Baquette ein für Unterwegs und fuhren gutgelaunt los. Die ersten 15m auf dem Platz fiel es dem Auto schwer, den Wagen zu ziehen. Ein Schweizer winkte uns aufgeregt zu. Ich hatte vergessen, eine Stütze des Wohnwagens hoch zu kurbeln. Die 15 m lange Rille auf dem Platz ist mittlerweile bestimmt zugewachsen.

Unser eigentliches Ziel, wie schon in den Jahren zuvor ist ja der Campingplatz  "Le Chevrerie" in Bormes les Mimosas. Seit 2009 sind wir mit zwei Ausnahmen in jedem Jahr dort gelandet (http://www.schlumpi007.de/urlaube.htm). Von 2004 bis 2007 bevorzugten wir einen ähnlichen Platz, der aber dann gechlossen wurde.

Wir blieben auf der D1075 bis Voiron, fuhren auf der Autobahn bei 24 Grad durch Grenoble und nutzten dann die D1075 weiter bis Sisteron. In den Bergen bis Sisteron ging die Temperatur mal runter bis 20 Grad. In Sisteron gegen 14:00, unserem Einstieg in den warmen Süden Frankreichs erwarteten uns 33 Grad. Ja, so macht Sommer Spaß!! Nun überlegten wir wieder einmal. Eigentlich wollten wir morgen erst in Bormes ankommen. Wir schauten uns in die Augen und beschlossen, heute schon anzukommen. Unserer Pächterin macht dies nichts aus. Sie ist flexibel wie wir (französisch eben) und kennt uns.

Meist fahren wir bis Manosque noch einmal Autobahn und nutzen dann die Landstrassen über Rians, St-Maximin, Brignols und Hyeres bis Bormes. Dieses Mal beschlossen wir, die Autobahn über Aix-en-Provence, Toulon bis Hyeres zu fahren ( nur bequemer mit Wohnwagen, eigentlich Blödsinn). Nach 443 km stoppten wir um 16:45 kurz vor unserem Stellplatz um Madame Calwatore (Chefin des Platzes) Bonjour zu sagen. Mittlerweile landestypisch mit "Küsschen" begrüßt, sassen wir ein Stündchen mit ihr und ihrem Mann bei Erfrischungen vor deren Haus bevor wir unser Domiziel aufbauten. Gegen 21:30 bei milden 28 Grad freuten wir uns auf unser Bett im Wohnwagen unter Olivenbäumen und Korkeichen beim Zirpen der Grillen.

Sonntag, 18.06. freuten wir uns schon wieder gegen 7:00 bei 22 Grad auf den wunderschönen Tag! Die Boulangerie "La Sirene" ist etwa 3 km auf einem Berg gelegen. Dort holen wir seit eh und je unser Baquette (wie fast Jeder Einheimische). Die kriegen das irgendwie besser hin als alle anderen Bäcker in dem Ort, 90 Cent, die jeden Bissen wert sind. Heute und in den nächsten 14 Tagen war ich der "Baquettebeschaffer" mit Fahrrad.

Nach lecker Frühstück ging es gegen 8:30 erst einmal los, Essensvorräte besorgen. Carrefour hat im Sommer auch am Sonntag geöffnet. Anschließend bevorrateten wir uns noch auf dem Markt in La Londe mit frischem Obst und Gemüse. Nach einer wohltuenden Siesta schnappten wir uns gegen 16:00 unsere Fahrräder und 4 km später, im Zentrum von Le Lavandou gab es Eis und wir schauten beim Petanque zu. 25 Grad Wassertemperatur, klar wurde gleich noch angebadet! Zurück am Wohnwagen gab es nach einer Runde Petanque, zum Abend Baquette, dazu Rillette und Ziegenkäse..... Gegen 20:00 bei 26 Grad geht die Sonne langsam unter. Wir sitzen unter alten Bäumen, eine Möwe fliegt vorbei und wir hören Bob Dylan und Eric Clapton: "Knocking on Heavens Door"................................................"Verweile doch, du bist so schön." (Goethe)

Die Nächte übrigens waren erfrischend bei 17-19 Grad. Der Morgen des 19.06. erfreute uns gegen 7:00 wieder mit Sonnenschein und 23 Grad. Ich besorgte heute gleich mal 3 Baquettes, denn unsere Kinder wollten im Laufe des Nachmittages ankommen. Und die (vor allem unser Sohn) brauchen dann Futter. Gegen 9:30 betraten wir "unseren" Strand. Etwa eine Stunde später kamen Ulli und Ulla dazu (ihr erinnert euch, wir trafen sie während der Anfahrt bei Montbeliard). Luft bei knapp 30 Grad, Wasser bei 24 Grad, Sonne und ein leichter Wind, unsere Kühlbox gefüllt mit Leckereien....es war ein wunderschöner Tag. Gegen 15:00 kam die Nachricht, das unsere Kinder bald "einfliegen". Um 16:00 trafen sie auf dem Campingplatz ein und wir hatten wohlweislich schon mal ein paar Happen und gekühlte Getränke vorbereitet. Zum Abend gab es Bohnen mit Schinken in roter Soße, Gemüse und gebratene Wurst sowie "Pollet a gogo" (ostdeutsch: Broiler).

20.06. Dienstag, bei 22 Grad sind wir als Langschläfer um 7:15 mal aufgestanden. Der erste Tag mit unseren Kindern stand im Zeichen des Meeres und "unseres Strandes". Der Kofferraum wurde wie in jedem Jahr vollgepackt mit allen Sachen, die wir für den Strand benötigen und mit den Sachen, die wir evtl. benötigen könnten. Im Supermarkt füllten wir unseren kleinen mobilen Kühlschrank mit Verpflegung und Getränken für einen Strandtag auf. Gegen 10:00 machten wir es uns am Strand bequem. Mittlerweile betrug die Temperatur ca 28 Grad, das Wasser war für uns von annehmbarer Temperatur. Neben uns verbrachte eine Kindergartengruppe ebenfalls einen (zumindest für die Kinder) tollen Tag am Meer. Gegen 17:00 machten wir uns erholt und mit Appettit auf dem Weg zum Campingplatz.

 

Vor Jahren waren wir einmal auf einem großen Wochenmarkt in Cogolin. Den wollten wir noch einmal besuchen. Der kleine Wochenmarkt findet an einem Samstag statt, der Große am Mittwoch. Also trafen wir am Mittwoch gegen 10:30 in Cogolin ein und besuchten den Markt. Unsere Freunde trafen wir verabredet auch. Über einen französischen Wochenmarkt schlendern, für später Oliven, Wurst und Gemüse einkaufen, währenddessen Kleinigkeiten an Obst kaufen und sofort geniessen......Eines von vielen Caffés neben dem Markt verführte uns zu einer Pause mit Erfrischungen und Espresso. Anschließend besuchten wir Ulli und Ulla in ihrem Ferienhaus ganz in der Nähe von Cogolin.

Mitte der 90ger waren wir mit ihnen, deren und unseren Kindern zweimal in dieser schönen Anlage. Während dieser Aufenthalte verliebten wir uns in diese Gegend und wurden zu "langweiligen" Wiederholungstätern was Südfrankreich betrifft. Nun, wir verlebten einen schönen Nachmittag, grillten, schleckten Eis, badeten und genossen es, hier zu sein.

Am Donnerstag sind wir leider schon um 6:45 wach gewesen. Leider, weil es war bewölkt. Ab 8:30 klarte sich der Himmel auf in ein Strahlendblau. Von 9:30 bis 16:00 verbrachten wir unsere Zeit am Meer, dieses Mal am Strand "Léoube" bei 28 Grad und 25 Grad Wassertemperatur. Nach unserem Abendessen gegen 18:30 war ein Spieleabend angesagt mit Skipo und Rommee. Während des Spielens überlegten wir uns, was wir am nächsten Tag so machen könnten. Unser Töchterchen meinte, eine Wanderung wäre doch eine schöne Sache. Sie hätte da auch schon eine Idee: Die Halbinsel Giens bei Hyeres bietet sich mit einem schönen Wanderweg an. Jeder kann im Urlaub machen, was er will. Der Wanderung stimmten wir alle zu. Ich schreibe das hier schon mal, weil am nächsten Abend zumindest Zwei der Zustimmenden später nichts mehr davon wissen wollten.

23.06. Freitag, wir fahren auf die Halbinsel, halten uns rechts, parken in der Nähe eines kleinen Hafens und beginnen, ausgerüstet mit belegten Baquettes und zwei großen Wasserflaschen unsere Wanderung. Unsere Tochter lebt seit einigen Jahren im Allgäu. Was sie unter Wandern versteht und was wir Norddeutschen unter Wandern verstehen unterscheidet sich sehr! Für die knapp 10 km benötigten wir etwas mehr als 5 Stunden (mit Pausen). Es ging hoch und runter über Stock und Stein (im wahrsten Sinne des Wortes). Kurz vor dem Ziel wurde das übrig gebliebene Mineralwasser schlückchenweise zugeteilt! Hier einige Fotos: 

         

         

          

          

           

           

In der Zivilisation, unweit unseres Autos angekommen, fixierten wir einen kleinen "Tante Emmaladen", den wir vorher gar nicht wahrgenommen hatten. Dort löschten wir unseren Durst und schauten nicht auf den Preis! Für mich war dieses Erlebnis eine Sensation. Wir kamen zum Teil leicht an unsere Grenzen und merkten, wie wir in unserem Zusammmenhalt und unserer gegenseitigen Unterstützung als Familie gut funktionieren. "Nebenbei" gesagt: Die Landschaft und die Aussichten unterwegs waren alle Mühe wert.

Auf dem Heimweg erfrischten wir noch kurz an einem Strand in Hyeres. Wir fuhren dann weiter bis Le Lavandou, wo wir verdientermaßen Eis aßen und beim Boule zuschauten. Resteessen, einige wenige Spiele Rommee und gegen 22:00 sangen uns die Grillen in den Schlaf.

Samstag, die Nacht war mild bei 20 Grad, erwachten wir gegen 7:30 (Langschläfer, es wird immer schlimmer) bei 26 Grad! Ein Samstag dort ist für meine Kinder und meine Frau ein super-anstrengend- toller Tag. Denn in der Nähe findet Samstag und Sonntag Flohmarkt statt. Und darauf stehen die Drei. Gegen 9:00 waren sie dann auch schon auf dem Weg in Richtung Hyeres. Etwas später fuhr ich Einkaufen. Ein Zettel, diktiert von den Dreien war mein Leitfaden. Heute nachmittag wollten wir grillen, Ulli und Ulla hatten wir eingeladen. Ich erledigte entspannt meinen Job. Der Rest der Familie kam gegen Mittag ebenfalls glücksstrahlend zurück. Später bereiteten wir unser Grillgut mit frischem Fleisch, frischem Gemüse und Kräutern zu.

Es war ein toller Nachmittag und Abend, mit Kaffee und Tarte Tropeziane, später Grillen, Klönen, Petanque spielen.....

Klar, die "Nachbereitung" muß auch sein!*                                                               Nachbars Katze schaut zu.

* Einen Geschirrspüler gegen diese Menschlichkeit tauschen? Niemals!

                         

Hier hatte sich mal eine von den Tieren auf unsere Wäscheklammern gesetzt, die für die typischen Geräusche des Mittelmeerraums verantwortlich sind:

Unser Sanitärgebäude auf dem Platz und der Lageplan:

 

Gestern abend beschlossen wir, der Sonntag wird ein "Schlonztag". Keine Tour! Jeder steht auf, wann er möchte und macht, was er will. Kurz vor 9:00 hat es für ca 1 Minute geregnet. Von 24 Grad stieg die Temperatur bis Mittag auf 34 Grad. Heute abend wollten wir (Schlonztag beendet!) gemeinsam Essen gehen. Wegen der guten Erfahrung und der Aussicht fuhren wir hoch in die Altstadt von Bormes les Mimosas. "Fetes de Fleur" in der Altstadt, ein "Blumenfest" fand an diesem Nachmittag/frühen Abend in Bormes statt. Es traf uns überraschend, überall Blumen und Arrangements in einer tollen Farbenpracht. Wir fühlten uns wohl.

 Gegessen haben wir mit 4 Personen sehr gut im Hotel Bellevue für 110,-. Meine weltbeste Restaurantbesucherin meint, das die vergessen hatten, uns eine von zwei Flaschen Wein zu berechnen. Dennoch, wer sagt, das Essen in Frankreich grundsätzlich sehr teuer ist, irrt. Wir hatten jeweils ein tolles Drei-Gängemenue mit Wein (von heimischen Winzern).

Der 26.06. gestaltete sich wettertechnisch etwas komisch. Gegen 7:30 bei 23 Grad (nachts bei 18 Grad) war es ständig teils bis sehr bewölkt. Den gesamten Tag über hatten wir so um die 23 bis 25 Grad, das Wasser war mit 23 Grad höchstens gerade mal nett. Im Inland war es sehr windig, am Strand nicht. Der Wind kam wohl von Norden. Wir trafen uns mit unseren Freunden aus Hildesheim am Strand. Gegen 13:00 setzte ein leichter Nieselregen ein. Die Sonnenschirme wurden zu Regenschirmen. Die Temperaturen waren ja dennoch sommerlich. Bis zum Abend blieb es "durchwachsen".

27.06. Es ist ein Dienstag. Gegen 7:00 sauste ich mit Fahrrad bei 22 Grad und Sonnenschein los, um Baquettes zu organisieren. Der Himmel war wieder strahlend blau. Wir hatten beschlossen, heute ein Highligt zum dritten Mal zu wiederholen: Der Vormittag gehört einem der schönsten Wochenmärkte der Provence: in Cotignac, den Nachmittag wollen wir an einem Wasserfall in Sillans les Cascade verbringen. Gesagt, getan! So ein Tag tut uns nur gut!!

 

                   

 

 

 

              

Kurz entschlossen (nur in einem von 7 Reiseführern las ich über dieses Dorf) fuhren wir noch in Villecroze vorbei. Ein, vom Tourismus noch nicht wirklich entdeckter Ort. Urteilt selbst:

                     

 

 

 

        

 

 

 

      

Seit vielen, vielen Jahren verleben wir unseren Urlaub in dieser Gegend. Ich mag Neues, bin aber auch gern mal Wiederholungstäter. Der Sommerschlussverkauf in Frankreich gehört eindeutig zu den Wiederholungen, auf die wir uns freuen. Sehr preiswerte Bekleidung in guter Qualität und Optik, die man in Deutschland nicht wieder trifft, das gefällt uns. Mittlerweile wissen wir, am letzten Mittwoch im Juni geht`s los. Logisch, das wir am 28.06.2017 gegen 9:30 die Mall in Grand Var (Ortsteil von Toulon) erreichten. Das Wetter spielte mit. Temperaturen zwischen 23 und 25 Grad  und von 12:00 bis 14:30 Regen hätten einen Strandtag nicht zum Highlight erhoben. Ich erzähle euch hier mal, wie so ein typischer Sommerschlußverkaufstag bei Zielkes im Grand Var abläuft. Eigentlich ein Gewerbegebiet mit Geschäften ohne Ende ist speziell das Grand Var eine typisch amerikanische Mall. Zwei Hauptgebäude, wo überdacht viele Geschäfte, Boutiquen etc. zu finden sind, mehrere große Parkplätze und rundherum noch Discounter, Boutiquen, Geschäfte....verleiten zum Shoppen. Einen Parkplatz zu finden, ist relativ einfach, einen Schattigen zu erwischen, ist selbst vor Ladenöffnung so gut wie aussichtslos wenn der Sommerschlußverkauf beginnt. Dann beginnt die erste Planung. Jeder hat mittlerweile so seine "ersten" Favoriten. Also verabreden wir eine Zeit und einen ersten Treffpunkt, falls wir Vier uns verlieren. Und das ist schon nach 10 Metern gewiss. Mit der Uhrzeit habe ich so meine Probleme, denn im Urlaub trage ich grundsätzlich keine Uhr! Nein, ein Handy habe ich im Urlaub auch nicht dabei. Irgendwie bekomme ich das aber immer hin, dass ich mein Familie einigermassen pünktlich am ersten Treffpunkt treffe. Den Treffpunkt legen wir immer in der Nähe eines Imbiss fest. Wir stärken uns, zeigen unsere ersten "Schnäppchen", tauschen Tipps aus und verabreden uns zu einem zweiten Treffen (gleicher Ort,    2 Stunden später). Auf zur zweiten Runde! Eine gewisse Effektivität verbirgt sich schon hinter unserem Verhalten, oder ;-)

Gegen 18:30 (!) sanken wir beim Wohnwagen auf unsere Stühle. Kaputt, durstig und erfreut über neue Errungenschaften und/oder Ersparnisse. So läuft das bei uns ab. Wir freuen uns über das glückliche Gesicht unserer Lieben. Mein Tagebuch verrät mir, das es um die Zeit 28 Grad warm war.

Donnerstag gegen 8:30 (hallo, wir werden richtig Langschläfer!) bei 22 Grad erwacht, blies ein starker Wind. Wir wollten aber an den Strand. Also los gehts. Auflandiger Wind heißt Wellen und Sand im Gesicht.

Selbst hinter der Düne drehte sich der Sand im Wind. Gegen 15:30 kapitulierten wir und nach einem Umweg über Intermarché grillten wir die leckeren Reste vom Vorabend ab. Dazu gab es einen Rotebete-Salat, den unser Töchterchen selbst gemacht hatte. Gegen 19:30 waren es noch 22 Grad, gegen 21:00 zog ich mir eine lange Hose an (das will was heißen!).

Am Freitag gegen 8:00 waren es 20 Grad, "alter Schwede"!! Der Wind kam wieder aus Süden. Wir wollten jedoch ans Meer. Die Luft erwärmte sich später auf 25 Grad (also nett, oder?) Das Wasser war bei 22 Grad eher frisch. Mit unseren Freunden aus Hildesheim verbrachten wir noch einen schönen Tag am Strand. Im Hinterland des Strandes gibt es einige Holztische mit Bänken. Wir verbrachten mit unseren Kindern und unseren Freunden eine schöne Mittagszeit dort. Zumindest für die 4 Letztgenannten war es der letzte Tag hier in Südfrankreich.

Abends gab es für uns auf dem Campingplatz Nudelsalat und überbackene Baquettes. Mein Tagebuch weiß noch zu berichten, dass wir bis kurz vor Mitternacht Rommee spielten und unser Sohnemann Sebastian der Gewinner des Abends war.

 So ihr Lesenden, 14 schöne Tage mit unseren Kindern in Bormes les Mimosas sind um. Ich habe heute, am 01.07. aus der Boulangerie jede Menge Baquette geholt, denn unsere Kinder haben einen langen Weg vor sich (ca 800 km bis Kempten). Wir haben schöne Temperaturen um die 24 Grad. Das passt, denn wir reinigen das Mobilhome der Beiden. Gegen 11:30 und nach gebührender Verabschiedung der beiden Kinder von unseren Pächtern fahren wir Vier noch nach St. Tropez. Das gehört auch zur Tradition, zumindest zu der meiner weltbesten Mitfahrerin. Gelandet auf dem riesigen PP am Hafen, liefen wir durch schöne, kleine Gassen, schauten auf dem Marktplatz vorbei und saßen letztendlich im "Senequier" "auf einen Kaffee". (Ja nee: Zitadelle, Museen, Strände, Filmmuseum... kennen wir alles.) In der Nähe des Parkplatzes erfrischten wir uns noch mal, bevor wir Eltern unsere Kinder verabschiedeten. Fotos vom Tag:

            

 

 

 

            

 

 

 

   

 

        

        

Bis zu unserem (also: dem meiner weltbesten Mitcamperin und meinem) Abreisetag am 04.07. blieben uns beiden noch drei schöne Tage am Strand von Estagnol, in Le Lavandou und auf unserem idyllischen Campingplatz. Nachdem wir am Montag abend (03.07.) schon einiges weggeräumt hatten, brauchten wir am Morgen unseres Abreisetages nach einem geruhsamen Frühstück nicht mehr viel Zeit, bis unser Gespann reisefertig gekoppelt war. Übrigens: Moover hat "gezickt". Gegen 10:30 Uhr verließen wir Bormes Les Mimosas und kamen nach 400 km gegen 16:00 in Clair du Rhone an. Wir fuhren bis  kurz vor Vienne Autobahn für 38,- Maut. Vienne hatten wir uns als lohnenswertes Zwischenziel ausgesucht, für die Übernachtung entschieden wir uns für den Campingplatz "Le Daxia" in Clair du Rhone, 15km südlich von Vienne. Die Entscheidung, als nächstes Vienne zu besuchen, fiel während unserer Zeit in Bormes Les Mimosas. Der Campingplatz besticht zuallerst durch seine absolut traumhaften Sanitäranlagen (nicht lachen)!

                                          

        

Ich denke, die Bilder bestätigen unsere Meinung. Ansonsten, der Platz ist relativ eng parzelliert aber gepflegt, die Abbiegungen der Wege sind für größere Wohnwagen eher ungeeignet, der Pool ist eigentlich nur für Kinder sehr geeignet, einen Bouleplatz suchten wir vergebens. Für zwei Personen, Wohnwagen, Strom etc. zahlten wir in der Hauptsaison knapp 20,- pro Tag. Morgens soll angeblich ein Wagen über den Platz fahren und Baquette verkaufen. Obwohl um 8:00 aufgestanden, mit dem Fahrrad rumgefahren, erwischten wir diesen Wagen nicht. Die Nachttemperaturen waren mit 15 Grad erfrischend, tagsüber ging es wieder auf etwas über 30 Grad hoch.

Gegen 10:00 Uhr schwangen wir uns auf unsere Räder (mittlerweile E-Bike für Beide) und fuhren meist über Radwege bis Vienne. Unterwegs fanden wir in Ampuis einen kleinen Wochenmarkt. In unsere Fahrradtaschen packten wir etwas frisches Obst ein. Ein Espresso im Cafe gab uns Schwung bis Vienne, eine sehenswerte Stadt mit römischer Vergangenheit:

 

                          

 

      

Mittag in dem kleinen Restaurant "La Chamade" und für die Region typischem Essen:

  

 

 

 

     

 

    

Gegen 17:00 stiegen wir auf dem Campingplatz von unseren Fahrräder. Bei immer noch über 30 Grad erholten wir uns im Pool. Abends verstauten wir die Fahrräder und andere Sachen für die morgige Weiterreise.

Am Donnerstag (06.07.) erwischte meine weltbeste Baquettebesorgerin den Bäcker (Verkäufer) mit seinem Auto gegen 8:00 an der Reception. Da unser Gespann schon ziemlich reisefertig bereit stand, fuhren wir nach dem Frühstück ohne Hast schon gegen 9:00 vom Hof. Wir hatten nur vor, in Richtung Heimat zu fahren und wir hatten Zeit, denn erst am Montag war unser Urlaub zu Ende. Über die N7, A46 (um Bourge en Bresse herum) und die N1083 rollten wir gemütlich bis Quingey. Es waren nur 243 km, den Platz kennen wir und mögen ihn. Also war unsere heutige Tour um 14:30 kurzentschlossen beendet. Die Temperaturen waren hochsommerlich bei etwas über 30 Grad.

        

Mittlerweile ist der Platz kein "Municipal" mehr, sondern liegt in privater Hand. Wir waren nun bestimmt zum 6. oder 7. Mal hier, können also vergleichen. Uns kam es so vor, als ob die Pflege seit 2016 sehr, sehr lieblos geworden ist. Preislich ist der Platz mit 21,- komplett eben gerade noch so seinen Preis wert ( 2016 : 16,-!!! und liebevoll),  allerdings allerhöchstens als NOT-Zwischenstopp. Den Nachmittag nutzten wir zur Erholung und für einen Dorfbummel.

07.07. ein Freitag; gegen 8:00 bei 20 Grad besorgte ich Baquette vom Bäcker im Ort (hier geht es auch zu Fuß). Um 10:00 machten wir uns auf den Weg weiter in Richtung Norden. Am Abend zuvor wurde der Beschluß gefasst, irgendwo im Elsass, hinter Strassbourg noch 2 Nächte zu verbringen. Einige Plätze suchte ich aus, favorisiert wurde der Campingplatz "Municipal aux Board du Rhin" in Seltz. Der Campingführer, der Name des Platzes und unsere Phantasie versprachen eine schönen Platz. Ein Baggersee direkt am Campingplatz lädt zum Baden ein, der Platz liegt direkt am Rhein. 325 km später gegen 14:30 Uhr wurde uns von einer freudlosen Dame an der Reception der erste Dämpfer verpasst. Ihr Gesichtsausdruck: "Sie wollen also allen Ernstes, dass ich für ihre zwei Übernachtungen Papier beschreibe, nett bin und mit ihnen rede?". Ja, dachten wir! Ich sprach mit meinen wenigen Kenntnissen auf französisch und sie mit mir nur auf französisch. Währenddessen kam ein Herr mit Fahrrad, sprach deutsch mit ihr und sie antwortete in fließendem Deutsch. DANKESCHÖN!! So, nun aber, wir bekamen einen Schlüsel für das Tor mit den Anweisungen, ja vorsichtig mit dem Umgang des Tores zu sein! Nö, ich sprach jetzt deutsch mit ihr, und sie mit uns. Dann mögen wir doch bitte noch bis ganz durch fahren. Ganz, ganz hinten sind die Plätze für Touristen. Fast der gesamte Platz ist belegt mit Dauer- und Saisoncampern. Brav fuhren wir durch bis hinten in die Ecke. Ganz hinten, das war dann ein spitzer Winkel, begrenzt von zwei Straßen. Zu den Beiden komme ich gleich noch.

    

Für die "Touris" gibt es auch Sanitär! Und, hallo, steckt man das Objektiv von der Fotokamera durch den Maschendrahtzaun, sieht man auch den Rhein. Was so schick aussieht mit den Zelten, entpuppt sich beim Betreten als übelste Spelunke! Schmutzige Tische, schmutziger Wirt!

    

Die Straßen....also in einer Richtung liegt Dorf und dann Autobahn. In der anderen Richtung geht es zum Hafen und zu einer Kiesgrube. Nein, das hatten wir vorher nicht gelesen. Und keiner verriet uns vorher, dass im Minutenwechsel Kiestransporter und Traktoren mit Getreidehängern in unsrem spitzen Winkel der Straßen, etwa 10 Meter von unserem Wohnwagen vorbei fuhren. Gefahren wird dort von 7:00 bis 19:00, am Samstag nur bis 17:00. Diese Ecke ist unparzelliert. Ich erwähne dies nur der Vollständigkeit halber. Preislich waren wir bei knapp 50,- komplett für uns und 2 Übernachtungen. BÖSE!

Am Samstag fuhren wir nach Haguenau. Wir hatten keine Lust, uns den Ort anzuschauen. Irgendwie war die Luft raus, die Enttäuschungen in Quingey und Seltz belasteten unser Quamperfeeling. Am Ortsrand von Haguenau versorgten wir uns in einem Cora-Markt noch mit französischen Lebensmitteln für unterwegs und Daheim. Am Nachmittag badeten wir im warmen Baggersee. Die dortige Gastronomie (ich bezeichne sie mal so) sagte uns vom Angebot und aus hygienischen Gründen nicht zu.

Hier spätestens, bei diesem letzten Aufenthalt wurde unser Camping-Enthusiasmus sehr stark beschädigt. Wir fühlten sowieso schon seit einiger Zeit, dass unsere Urlaube sich in ihrer Art ändern sollten. Allerdings konnten wir weder den Grund noch die Richtung festmachen. ...

...Kurz noch zum 07.07. Der Sonntag, an dem wir endlich nach Hause kamen. Um 7:00 hielt es uns nicht mehr im Bett: Heimweh! Dennoch bereiteten wir uns ein schönes Abschiedsfrühstück. Frankreich ist und bleibt für uns eine Liebe, auch kulinarisch. Gegen 9:00 Uhr begaben wir uns auf die letzten 480 km. Das "normale" Verkehrschaos in D begleitete uns vom Grenzübertritt bis Kassel. Um 16:30 hatte der Rottsberg in Hildesheim uns wieder. Vielen Bekannten und Freunden dort oben mussten wir erst einmal wieder "Hallo" sagen. 18:30 waren wir dann auch wieder in unserer geliebten Wohnung.

Die nächsten Wochen suchten wir nach Lösungen. Also, es muß ein neuer, kleiner Wohnwagen her, damit wir beweglicher sind, war unsere erste Idee. Erfolglos gesucht, bei den derzeitigen Preisen total erschrocken, saßen wir irgendwann auf dem Balkon. Frankreich ist nach wie vor "unser Urlaub"! Nach Südfrankreich, aber wie ab 2018?. Unseren großen Wohnwagen stellen wir auf den Stellplatz am Rottsberg. Gut, den kleine Wohnwagen mit Vorzelt, den verkaufen wir. Und dann?

Und dann kamen wir auf die Idee, die uns 2018 etwas Neues bescheren wird. Wir fahren mit Auto in Richtung Bormes les Mimosas und mieten uns in das dort vorhandene Mobilhome ein. Unsere An- und Abfahrt gestalten wir wie gehabt: Einfach losfahren, eine grobe Zielplanung vor Augen und übernachten in kleinen Hotels oder Herbergen unterwegs. Ohne Wohnwagen schaffen wir auch mal einen Umweg am Antlantik vorbei. Juchhu, ich freue mich!

Rein betriebswirtschaftlich betrachtet, passt es auch. Wir haben keine Versicherung und Steuer mehr für einen angemeldeten Wohnwagen, keine Miete mehr für die Unterstellung, der Spritverbrauch reduziert sich, Maut in F ist auch weniger. Und in den letzten drei Jahren bewegten wir unseren Fahr-Wohnwagen nur noch zwei-, maximal dreimal im Jahr.

   

Wir haben mit unseren guten Freunden und Bekannten im Spätherbst alle Platten hochgehoben, ein neues Kiesbett gelegt, im März 2018 kommt dann das Vorzellt vom Großen davor....und Blumen? Das wird!!

Das Schöne ist: Wenn wir wollen, fahren wir wieder mit Wohnwagen los.