Ich nehme mal unsere Entscheidung aus dem Spätherbst 2017 vorweg: Dies hier war wahrscheinlich unsere letzte Fahrt mit einem eigenen Wohnwagen. Dazu jedoch zu Schluß oder in unseren Berichten 2018 mehr.

Wir sind also im Jahre 2017 und freuen uns, mit unserem Wagen in Richtung französischer Mittelmeerküste zu fahren. Wir haben 4 Wochen Zeit. Davon wollen wir 14 Tage mit unseren Kindern in Bormes les Mimosas verbringen. Die Hin- und Rückfahrt gestalten wir wieder mehr oder weniger ungeplant.

Am 14.06. ging es los. Wir starteten gegen 6:30 vom Rottsberg in Hildesheim bei 11 Grad Celsius! Nach 600km standen wir gegen 15:30 bei 28 Grad Celsius auf dem Platz Nr. 47 des Campinplatzes "Camping Tohapi Ile du Rhin". Eis essen in Breisach, Einkaufen in Neuf Brisach, D und F von der Insel mit Fahrrad erleben! Das war total Klasse!

Der Platz ist parzelliert aber großzügig und offen. Sanitär sind sauber und modern. Die Wege dorthin sind "rechtzeitig" erreichbar. Wir zahlten 18,50 Euro komplett für zwei Personen, Auto, Wagen, Strom etc pro Tag. Es gibt leider keine Bademöglichkeit in unmittelbarer Nähe, den Fluß sieht man vom Platz nicht. Ein kleiner Spaziergang und man hat eine schöne Sicht auf die Altstadt von Breisach. Ausser Baquette-Service ab 8:30 ist wochentags in der Vorsaison nichts los. Aber für uns ist das total ausreichend. Auf der Insel (sie gehört zu Frankreich) befindet sich neben dem Campingplatz ein Gewerbegebiet. Wochentags ist es ab 7:00 unüberhörbar.

                                         

 

                                      

Freiburg war ein schöner Tagesausflug am nächsten Tag:

                                                                      

     Am 16.06. (Freitag) gegen 7:30 erwachten wir bei ca 20 Grad Celsius. Nach einem netten Frühstück hatten wir gegen 9:30 alles zusammen gekramt und machten uns auf den Weg. Meine Idee war, mal die junge Rhone zu sehen. Aus der Schweiz raus aber noch nicht beschiffbar haben wir sie des öfteren im Vorbeifahren gesehen und die Farbe des Wassers bewundert. Irgendwo gibt es da sicher Campingplätze. Unseren Campingplatzführer hatten wir dabei. Das Ziel war ja nur grob abgesteckt.

So fuhren wir auf der deutschen Seite über die A5, auf französicher Seite die A36 über Mulhouse bis Besancon, wo wir auf der N83 bis Bourg en Bresse gelangten. Auf der A36, kurz hinter Montbeliard überholte uns ein Auto mit Hildesheimer Kennzeichen. Unsere Freunde (Ulli und Ulla) lotsten uns auf den nächsten Parkplatz. Das sie auch in Richtung Mittelmeer unterwegs waren, wußten wir. Das wir uns dort auch treffen, war abgemacht. Hier auf der Autobahn, das war purer Zufall. Die Freude war groß, wir machten eine nette Pause. 

Ab Bourg en Bresse fuhren wir ein wenig Autobahn und verließen die A42 bei Amberieu. Unser Campingführer wurde hier zu Rate gezogen und wir beschlossen, nach Porcieu-Amblagnieu zu fahren. Ab Amberieu die D1075 und kurz nach Überquerung der Rhone, bogen wir ab nach Porcieu-Amblagnieu. Hier befindet sich (wieder auf einer Insel) der Campingplatz "Espace eau vivre". Wir kamen hier gegen 16:00 nach 373km bei 27 Grad Celsius an. Was wir nicht wußten: Dieser Platz ist vorrangig von Kanuten besucht. Weil, der Platz liegt zwischen der Rhone und einem Kanal. Diese Lage und der leichte Höhenunterschied wurde genutzt, um quer über den Platz eine künstliche Wildwasseranlage zu erbauen. Wir fanden es toll! Der Platz ist unparzelliert, jeder sucht sich eine Lücke, der Preis lag für uns bei 15,60 komplett pro Nacht, Sanitär war für uns in Ordnung. Ein wenig Verpflegung ist käuflich erwerbbar, Baquetteservice ab 9:00 wird geboten, Restauration ist minimal auch vorhanden. Die Landschaft ist atemberaubend!!

 

                      

   

 

Am Samstag gegen 7:00 freiwillig aufstehen, das geht wohl nur im Urlaub. Bei 20 Grad Celsius erlebten wir einen wunderschönen Sonnenaufgang inmitten des satten Grüns der Landschaft. Wir hatten noch Baquette vom Vortag. Vom Bäcker ist dies noch so gut, wie das Frische aus deutschen Geschäften. Gegen 9:00 deckten wir uns auf dem Campingplatz mit frischem Baquette ein für Unterwegs und fuhren gutgelaunt los. Die ersten 15m auf dem Platz fiel es dem Auto schwer, den Wagen zu ziehen. Ein Schweizer winkte un aufgeregt zu. Ich hatte vergessen, eine Stütze des Wohnwagens hoch zu kurbeln. Die 15 m Rille auf dem Platz ist mittlerweile bestimmt zugewachsen.

Unser eigentliches Ziel, wie schon in den Jahren zuvor ist ja der Campingplatz  "Le Chevrerie" in Bormes les Mimosas. Seit 2004 sind wir mit zwei Ausnahmen in jedem Jahr dort gelandet (http://www.schlumpi007.de/urlaube.htm).

Wir blieben auf der D1075 bis Voiron, fuhren auf der Autobahn bei 24 Grad durch Grenoble und nutzten dann die D1075 weiter bis Sisteron. In den Bergen bis Sisteron ging die Temperatur mal runter bis 20 Grad. In Sisteron gegen 14:00, unserem Einstieg in den warmen Süden Frankreichs erwarteten uns dann 33 Grad. Ja, so macht Sommer Spaß!! Nun überlegten wir wieder einmal. Eigentlich wollten wir morgen erst in Bormes ankommen. Wir schauten uns in die Augen und beschlossen, heute schon anzukommen. Unserer Pächterin macht dies nichts aus. Sie ist flexibel (französisch eben) und kennt uns.

Meist fahren wir bis Manosque noch einmal Autobahn und nutzen dann die Landstrassen über Rians, St-Maximin, Brignols und Hyeres bis Bormes. Dieses Mal beschlossen wir, die Autobahn über Aix-en-Provence, Toulon bis Hyeres zu fahren. Nach 443 km stoppten wir um 16:45 kurz vor unserem Stellplatz um Madame Calwatore (Chefin des Platzes) Bonjour zu sagen. Mittlerweile landestypisch mit "Küsschen" begrüßt, sassen wir ein Stündchen mit ihr und ihrem Mann bei Erfrischungen vor deren Haus bevor wir unser Domiziel aufbauten. Gegen 21:30 bei milden 28 Grad freuten wir uns auf unser Bett im Wohnwagen unter Olivenbäumen und Korkeichen beim Zirpen der Grillen.

Sonntag, 18.06. freuten wir uns schon wieder gegen 7:00 bei 22 Grad auf den wunderschönen Tag! Die Boulangerie "La Sirene" ist etwa 3 km auf einem Berg gelegen. Dort holen wir seit eh und je unser Baquette (wie fast Jeder Einheimische). Die kriegen das irgendwie besser hin als alle anderen Bäcker in dem Ort, 90 Cent, die jeden Bissen wert sind. Heute und in den nächsten 14 Tagen war ich der "Baquettebeschaffer" mit Fahrrad.

Nach lecker Frühstück ging es gegen 8:30 erst einmal los, Essensvorräte besorgen. Carrefour hat im Sommer auch am Sonntag geöffnet. Anschließend bevorrateten wir uns noch auf dem Markt in La Londe mit frischem Obst und Gemüse. Nach einer wohltuenden Siesta schnappten wir uns gegen 16:00 unsere Fahrräder und 4 km später, im Zentrum von Le Lavandou gab es Eis und wir schauten beim Petanque zu. 25 Grad Wassertemperatur, klar wurde gleich noch angebadet! Zurück am Wohnwagen gab es nach einer Runde Petanque zum Abend Baquette, dazu Rillette und Ziegenkäse..... Gegen 20:00 bei 26 Grad geht sie Sonne langsam unter. Wir sitzen unter alten Bäumen, eine Möwe fliegt vorbei und wir hören Bob Dylan und Eric Clapton: Knocking on Heavens Door................................................"Verweile doch, du bist so schön." (Goethe)

Die Nächte übrigens waren erfrischend bei 17-19 Grad. Der Morgen des 19.06. erfreute uns gegen 7:00 wieder mit Sonnenschein und 23 Grad. Ich besorgte heute gleich mal 3 Baquettes, denn unsere Kinder wollten im Laufe des Nachmittages ankommen. Und die (vor allem unser Sohn) brauchen dann Futter. Gegen 9:30 betraten wir "unseren" Strand. Etwa eine Stunde später kamen Ulli und Ulla dazu (ihr erinnert euch, wir trafen sie während der Anfahrt bei Montbeliard). Luft bei knapp 30 Grad, Wasser bei 24 Grad, Sonne und ein leichter Wind, unsere Kühlbox gefüllt mit Leckereien....es war ein wunderschöner Tag. Gegen 15:00 kam die Nachricht, das unsere Kinder bald "einfliegen". Um 16:00 trafen sie auf dem Campingplatz ein und wir hatten wohlweislich schon mal ein paar Happen und gekühlte Getränke vorbereitet. Zum Abend gab es Bohnen mit Schinken in roter Soße, Gemüse und gebratene Wurst sowie "Pollet a gogo" (ostdeutsch: Broiler).

209.06. Dienstag, bei 22 Grad sind wir als Langschläfer um 7:15 mal aufgestanden. Der erste Tag mit unseren Kindern stand im Zeichen des Meeres und "unseres Strandes. Der Kofferraum wurde wie in jedem Jahr vollgepackt mit allen Sachen, die wir für den Strand benötigen und mit den Sachen, die wir evtl. benötigen könnten. Im Supermarkt füllten wir unseren kleinen Kühlschrank mit Verpflegung und Getränken für einen Strandtag auf. Gegen 10:00 machten wir es uns am Strand bequem. Mittlerweile betrug die Temperatur ca 28 Grad, das Wasser war für uns von annehmbarer Temperatur. Neben uns verbrachte eine Kindergartengruppe ebenfalls einen (zumindest für die Kinder) tollen Tag am Meer. Gegen 17:00 machten wir uns erholt und mit Appetit auf dem Weg zum Campingplatz.

 

Vor Jahren waren wir einmal auf einem großen Wochenmarkt in Cogolin. Den wollten wir nocch einmal besuchen. Der kleine Wochenmarkt findet an einem Samstag statt, der Große am Mittwoch. Also trafen wir am Mittwoch gegen 10:30 in Cogolin ein und besuchten den Markt. Unsere Freunde trafen wir verabredungsgemäß auch. Über einen französischen Wochenmarkt schlendern, für später Oliven, Wurst und Gemüse einkaufen, währenddessen Kleinigkeiten an Obst kaufen und sofort geniessen......Eines von vielen Caffés neben dem Markt verführte uns zu einer Pause mit Erfrischungen und Espresso. Anschließend besuchten wir Ulli und Ulla in ihrem Ferienhaus ganz in der Nähe von Cogolin. Mitte der 90ger waren wir mit ihnen, deren und unseren Kindern zweimal in dieser schönen Anlage. Während dieser Aufenthalte verliebten wir uns in diese Gegend und wurden zu "langweiligen" Wiederholungstätern was Südfrankreich betrifft. Nun, wir verlebten einen schönen Nachmittag, grillten, schleckten Eis, badeten und genossen es, hier zu sein.

Am Donnerstag sind wir leider schon um 6:45 wach gewesen. Leider, weil es war bewölkt. Ab 8:30 klarte sich der Himmel auf in ein Strahlendblau. Von 9:30 bis 16:00 verbrachten wir unsere Zeit am Meer, dieses Mal an dem Strand "Léoube" bei 28 Grad und 25 Grad Wassertemperatur. Nach unserem Abendessen gegen 18:30 war ein Spieleabend angesagt mit Skipo und Rommee. Während des Spielens überlegten wir uns, was wir am nächsten Tag so machen könnten. Unser Töchterchen meinte, eine Wanderung wäre doch eine schöne Sache. Sie hätte da auch schon eine Idee. Die Halbinsel Giens bei Hyeres bietet sich mit einem schönen Wanderweg an. Jeder kann im Urlaub machen, was er will. Der Wanderung stimmten wir alle zu. Ich schreibe das hier schon mal, weil am nächsten Abend zumindest Zwei der hier Zustimmenden nichts mehr davon wissen wollten.

23.06. Freitag, wir fahren auf die Halbinsel, halten uns rechts, parken in der Nähe eines kleinen Hafens und beginnen, ausgerüstet mit blegten Baquettes und zwei großen Wasserflaschen unsere Wanderung. Unsere Tochter lebt seit einigen Jahren im Allgäu. Was sie unter Wandern versteht und was wir unter Wandern verstehen unterscheidet sich sehr! Für die knapp 10 km benötigten wir etwas mehr als 5 Stunden (mit Pausen). Es ging hoch und runter über Stock und Stein (im wahrsten Sinne des Wortes). Kurz vor dem Ziel wurde das übrig gebliebene Mineralwasser schlückchenweise zugeteilt! Hier einige Fotos: 

         

         

          

          

           

           

In der Zivilisation, unweit unseres Autos angekommen, fixierten wir einen kleinen "Tante Emmaladen", den wir vorher gar nicht wargenommen hatten. Dort löschten wir unseren Durst und schauten nicht auf den Preis! Für mich war dieses Erlebnis eine Sensation. Wir kamen zum Teil leicht an unsere Grenzen und merkten, wie wir in unserem Zusammmenhalt und unserer gegenseitigen Unterstützung als Familie gut funktionieren.

Auf dem Heimweg badeten wir noch kurz an einem Strand in Hyeres. Es war nach dieser Tour einfach nur als Erfrischung gedacht. Wir fuhren direkt bis Le Lavandou, wo wir verdientermaßen Eis aßen und beim Boule zuschauten. Resteessen, einige wenige Spiele Rommee und gegen 22:00 sangen uns die Grillen in den Schlaf.

Samstag, die Nacht war mild bei 20 Grad, erwachten wir gegen 7:30 (Langschläfer) bei 26 Grad! Ein Samstag dort ist für meine Kinder und meine Frau ein super-anstrengend toller Tag. Denn in der Nähe findet Samstag und Sonntag Flohmarkt statt. Und darauf stehen die Drei. Gegen 9:00 waren sie dann auch schon auf dem Weg nach Hyeres. Etwas später fuhr ich Einkaufen. Ein Zettel, diktiert von den Dreien war mein Leitfaden. Heute nachmittag wollten wir grillen, Ulli und Ulla hatten wir eingeladen. Ich erledigte entspannt meinen Job, der Rest der Familie kam gegen Mittag ebenfalls glücksstrahlend zurück. Später bereiteten wir unser Grillgut mit frischem Fleisch, Gemüse und frischen Zutaten zu.

Es war ein toller Nachmittag und Abend, mit Kaffee und Tarte Tropeziane, später Grillen, Klönen, Petanque spielen.....

 

Hier für heute Schluß