Zum ersten Mal fuhren wir in Richtung Südfrankreich, ohne eine Ahnung zu haben, wo wir ungefähr während der 5 tägigen Hinfahrt zwischenlanden. Wir sprachen vorab über Dijon, Strassbourg, Besancon... So sind wir also am 15.06.2016 gegen 7:00 in Richtung Süden aufgebrochen. Es war ein total verregneter Tag und die Temperaturen kamen nicht annähernd an die 20 Grad heran. Kurz vor Strassbourg wurde der Beschluss gefasst: Quingey! Wir fuhren dort auf den Campingplatz gegen 18:30 nach knapp 800 km. Unterwegs wie auch hier in Quingey führten alle Flüsse mehr Wasser, als wir hier Mitte Juni kennen. Pro Nacht für uns beide mit allem Drum und Dran kostet die Übernachtung in diesem Jahr 16,10 Euro.

Andere Preise verwirrten uns vielmehr: In Hildesheim haben wir noch für 1,05 Euro am Dienstag getankt (Montag abend: 1,02). Auf der Autobahn in D hinter Frankfurt waren es 1,13 Euro pro Liter Diesel. In F auf der Autobahn waren es dann 1,28 Euro, beim Discounter in Dole 1,13 Euro für den Liter. Zumindest seit 2004 kennen wir ein eher umgekehrtes Preisgefüge. Am Abend in Quingey entscheiden wir uns für einen zweitägigen Aufenthalt. Dies kam so: Der CP hat mittlerweile WLAN. Das Wetter war schon daheim im Internet bis einschließlich Sisteron/Avignon sehr unbeständig und kühl vorausgesagt. Unüblicherweise nutzen wir mal das Internet: Für die südlichen Alpen war in den nächsten drei Tagen Regen vorausgesagt, für Quingey und Umgebung nur teilweise Regen. Wir saßen an diesem Abend noch für etwas mehr als eine Stunde draussen, dann kam der Regen. Aufgestanden ca. 8:00 bei 16 Grad, ging ich zur Boulangerie und klemmte mir auf dem Rückweg ein Baquette unter den Arm. Was für ein Gefühl Wir beschlossen, heute Dole zu besuchen. Dole ist eine nette, kleine Stadt, die uns einstimmte auf das französiche Flair.

Das bisherige regenreiche Wetter verhinderte den kürzesten Weg von Quingey nach Dole. Einige Straßen waren wegen Hochwasser gesperrt. Wir erlebten diesen Tag meistens trocken bei ca 20 Grad.                  

In Dole beim Intermarche haben wir getankt und dort wurde auch unsere VISA-Karte gehackt!! Wir machen es dort fest, weil hier am Tankautomaten die Karte nicht funktionierte, vorher funktionierte und einen Tag später hat sie wieder funktioniert und an dem Tag, etwa zwei Stunden später begann der mehrmalige Mißbrauch unserer Karte. Unsere Bank bemerkte unübliche Abbuchungen und hat sie dann gesperrt. Das Geld wurde uns mittlerweile ersetzt. DANKE! 

Am Freitag (17.06.) gegen 8:00 lief ich bei 13 Grad zur Boulangerie und kam mit Baquette entgegen dem Wettertrand freudestrahlend zurück. Es ist für mich gelebter Optimismus, in F ein Baquette in einer Boulangerie zu erwerben und damit am Domiziel anzukommen, wo schon der fertige Kaffee duftet.

Trotz ausgiebigem Frühstück fuhren wir schon gegen 9:30 vom Hof, nachdem wir beschlossen hatten, unsere uns bekannte Route Hildesheim-Quingey-Sisteron-Bormes in diesem Jahr zu wiederholen. Bei trockenem Wetter kamen wir auf der Route Nationale bis Grenoble, wo die Temperatur bis auf sonnige 22 Grad (!) kletterte. Der Weg über die Alpen, ja da ging  es schon mal wieder auf 16 Grad zurück, es blíeb aber trocken. Hinter Sisteron erreichten wir den Campingplatz in Les Mees bei Sonnenschein und 22 Grad gegen 16:30. Hier "zickte" unser Auto beim Rückwärtsrangieren mal wieder. Der ging einfach aus. Dazu berichte ich später mehr. Nun hatten wir den (unseren!) Campingplatz in Bormes ja erst für den 20.06. per Mail gebucht. Oh Gott, und hier kennen wir ja schon vieles. Was machen? Optimismus wird belohnt! Wir beschlossen, schon am 19.06. auf den Platz in Bormes zu fahren. Was soll schon passieren?

Am 18.06. hält uns gegen 7:00 nichts mehr in den Betten: Sonnenschein und ca 18 Grad. Was für ein Sommer! Da keiner von uns Beiden Lust hatte, zur Boulangerie zu gehen, wir auch noch ein Baguette vom Vortag hatten (Baguette von guter Boulangerie ist länger frisch, als vom REAL), frühstückten wir sehr gut. Im kleinen Backofen hat meine weltbeste Bäckerin dem Baquette neues Leben eingehaucht. Mit einem kleinen, eher entäuschenden Umweg über Decatlon bei Sisteron (ehemals Kodza) landeten wir in Sisteron. Beim Bahnhof gratis parken und ca 1.000m laufen lohnt sich, wenn in Sisteron Markt ist. Der ist wirklich erlesen. Angebote und Preise sind mehr heimisch als touristisch. 21 Grad und Sonnenschein waren auch dafür verantwortlich, das es ein schöner Tag wurde.

Mittags kam der Appetit. Da wir gerade schöne Dinge wiederholten, beschloß meine weltbeste Mitessserin, wir gehen in die Crepperie, wo wir vor Jahren schon einmal lecker gegessen haben. SUPER lecker, sie hatte so recht. Ich hatte Gallettes, Nicole wollte Omelette, dazu Getränke für insgesamt 23.-. Nachdem wir noch beim Intermarche für 1,15 getankt haben, waren wir gegen 14.30 auf dem Platz. Lesen, erste Flecken aus T-sihrt auswaschen, und Petanque spielen, das war unser schöner Nachmittag. Von 24 Grad reduzierte sich die Temperatur bis 16:00 auf 18 Grad. Unsere Petanquespiele wurden auch von kurzen Schauern unterbrochen. Wir kennen diese Gegend seit vielen Jahren mit knapp um 30 Grad und viel Sonne im Juni/Juli. Gut, das wir uns haben! Wir lachten oft, das half!

Sonntag, der 19.06.2016 

Ausgeschlafen bis 08:30 wurde in Ruhe bei 20 Grad und Sonnenschein gefrühstückt . Mit noch mehr Ruhe haben wir gepackt, zwischendurch immer mal wieder Pause gemacht und Kaffee getrunken. So sind wir wir gegen 10:30 losgefahren in Richtung Bormes les Mimosas. Die Gesamtstrecke beträgt ca. 180 km und wir wollten unsere Gasteltern/Pächter auch nicht während der Mittagszeit stören. Gegen 13:30 sind wir dennoch und trotz langsamen Fahrens auf unserem Lieblingsplatz angekommen. Zwischen La Londe und Bormes staute sich der Verkehr und verzögerte unsere Ankunftszeit sogar noch um ca 20 Minuten.

Wir bauten unser "Domizil", unser "Schloss" für die nächsten 14 Tage in Ruhe auf. Am nächsten Tag rechneten wir mit der Ankunft unserer Tochter mit Freund. Unser Sohn konnte leider in diesem Jahr nicht mitkommen.

 

Gegen 16:20 bei 28 Grad, vor dem Wohnwagen sitzend, bemerkten wir am Himmel eine richtig dicke, dunkle Wolkenwand. Komisch, dachten wir uns, dies kennen wir nur von Daheim und unterwegs. Gegen 16:35 bei 21 Grad fing es an, zu regnen. Nun, schon doof und ausgerechnet hier (!), wir verzogen uns unter die Markise. Gegen 17:30 bei 18 Grad und nachdem unter unserem Wohnwagen ein richtiger Bach floss, sich unser Vorzeltteppich in Fließrichtung bewegte, holte ich den Feldspaten (20 Jahre mitgeschleppt, mehrmals erwogen, ihn zu Hause zu lassen) aus dem Wohnwagen und begann, mehrere Gräben zu schachten. Gegen 17:45 überaschten uns Anna und Marco mit einer ebenfalls vorweggenommenen Ankunft und wir trösteten uns ob des Wetters zu viert. Ich nehme es mal vorweg, ab dem nächsten Morgen war das Wetter bis Hildesheim nur noch toll. Einige Impressionen vom Platz:

 

 

Das Zelt von Campern aus NL: "angry bird", im Hintergrund: Bormes bei Nacht                              Die Einfahrt zum Campingplatz:                                                               

 

links das Mobilhome der Kinder:                                                                                                                         Der steht da und wird gebraucht: 

  

Der 20.06, unser eigentlicher Anreisetag, den wir uns also geschenkt haben, begann mit 24 Grad und Sonnenschein. Mich hielt nach dem Regen um 6:30 nichts mehr im Bett. Ich schwang mich aufs Rad und besorgte von der Boulangerie "Sirene" erst einmal Bagquette. Diese Boulangerie backt in Bormes und Umgebung unserer Meinung nach das beste Baquette. Nachdem wir am Vormittag unsere Kühlschränke und Vorratssschränke gut gefüllt hatten, beschlossen wir nachmittags dem Meer einen ersten Besuch abzustatten. Bei ca. 27 Grad fuhren wir nach Flavaire zum öffentlichen Strand und badeten sehr zaghaft bei Wassertemperaturen um die 21 Grad. Am Abend wurde es Zeit, den Urlaub teutonisch zu beginnen, also mit Grillen. Dananch spielten wir Petanque quer über den Platz. Mit Können hat das weniger zu tun. Wurzeln, Steine und terassenartige Plätze machten aus diesem Spiel mehr Spaß und Zufall.

Am nächsten Tag, ein Dienstag besorgte Marco gegen 8:00 mit dem Auto die Baquette vom "Sirene". Nach einem ausgiebigen und guten Frühstück starteten wir zu einer Tour in Richtung Westen. Bandol mit einem leider sehr kommerziellen Markt war unser ersten Ziel. Einige Leckereien wurden dennoch geboten:

    

Unser nächstes Ziel war La Ciotat. Ich wollte unbedingt den Platz sehen, wo das Petanque "erfunden" wurde. Ein einfacher Platz in einem einfachen Ort, ich war einerseits enttäuscht, weil dieser Sport eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient, andererseits angenehm überrascht, das hier kein "Kommerz" betrieben wird. Der Platz gehört zu einem ganz normalen Verein. Ein Bistro mit wenigen Schauvitrinen lassen das Herz eines Fans jedoch höher schlagen. Eine Gedenktafel ist eine weitere Erinnerung an das Ereignis im Jahre 1907. Als der Wirt mitbekam, dass wir dieses Spiel nicht nur mögen, sondern auch spielen, wollte er uns überreden, an dem dortigen Tournier am 02.07 und 03.07. teilzunehmen. Es fehlte uns der Mut, zuzusagen.

    

 

Ein zweites Highlight von La Ciotat ist das Kino "Eden". Hier wurde der erste Kinofilm der Welt aufgeführt! Dieses Kino ist von aussen zu besichtigen und fungiert nach wie vor als Kino.

                                                                

Den ganzen Tag über bewegten sich die Temperaturen um die 28 Grad. Es war herrlich. Zum Abschluss unserer Fahrt besuchten wir Cassis. Der Ort ist die Miniausgabe von St Tropez, sehr kommerziell. Eis essen und bummeln, ein netter Ausklang.

                                                  

Übrigens: Die zweite Autobahnröhre durch Toulon ist fertig! Man kann also von Westen nach Osten jetzt auch den Innenstadtverkehr umgehen. Keine Panik mehr im Wirrwarr der Innenstadt, zähflüssig vor und hinter dem Tunnel war der Verkehr nach wie vor in Richtung Osten. Wir wollten auch gegen 18:00 am Platz sein!

Denn D spielte an diesem Abend Fußball (EM 2016!). Sie haben 1:0 gewonnen. Unsere beiden Mädels haben 10:0 gewonnen. Sie haben sich um unser leibliches Wohl gekümmert, währenddessen wir Fußball schauen konnten! Verrückt, aber wir haben noch Petanque gespielt, sind aber gegen 22:00 total müde ins Bett gegangen.

Der Mittwoch (22.06.) begann gegen 8:00 bei 22 Grad und lecker Baquettes, die ich mit Fahrrad besorgte. Viel wichtiger ist jedoch: Es wurde langsam aber sicher Zeit für einen Strandtag!  Gegen 9:30 kamen wir am Plage Estragnol an (4km vom Campingplatz entfernt) und blieben bis gegen 17:00. Das Wasser hatte wohl um die 21 Grad, Nicole war dennoch drin (!!), Die Luft erwärmte sich auf ca. 30 Grad. Im Hinterland des Strandes spielten wir... Petanque. Unsere Kühlbox, die Nicole wie immer lecker gefüllt hatte, lieferte tolles Essen und kühle Getränke. Seit 1995 sind wir hier regelmäßig. Es ist zumindest für die Mehrzahl unserer Familie der schönste Strand in F. Ich habe hier in diesem Jahr mal keine Fotos gemacht. Dazu verweise ich auf: http://www.schlumpi007.de/urlaube.htm und Google.

Auf dem Campingplatz (zukünftig als CP abgekürzt) hatten wir lecker Brotzeit. Dazu besorgten wir verschiedene Sorten Brot. Das Graubrot, versetzt mit Oliven, Walnüssen und/oder Feigen findet man in einigen wenigen Bäckereien. Anschließend spielten wir noch mal mit den Eisenkugeln und hatten Spaß beim Kartenspiel (Cafè International). Die Temperaturen lagen übrigens Abends immer locker über 20 Grad, während die Nachttemperaturen bei knapp unter 20 Grad ein gutes Schlafen ermöglichten. Tagsüber stiegen die Temperaturen während unseres Aufenthaltes in Bormes höchstens gegen Mittag mal auf knapp 30 Grad.

Der nächste Tag war unser "Einkaufstag". Dazu fahren wir am liebsten Ende Juni/Anfang Juli in das Einkaufsgebiet von Grand Var in Toulon. Alle Geschäfte, die für uns interessant sind, sind hier in nächster Nähe vereint und in dieser Zeit gibt es in F noch einen "echten" Sommerschlußverkauf.

Klar war der Freitag ein Badetag am Strand von Estagnol. Für den Abend hatten wir einen Tisch im Bellevue in der Altstadt von Bormes reserviert. Das Essen dort war wie im vergangenen Jahr überaus lecker. Von der Terasse des Restaurants hat man einen wunderschönen Blick über die Altstadt bis zum Meer.

 

In Cogolin gibt es zwei Wochenmärkte, einen Großen und einen Kleinen. Wir wollten uns den Großen anschauen und die eine oder andere Spezialität einkaufen. Nun, am Samstag findet der kleine Markt statt, am Mittwoch der Große. Pech gehabt? Naja, wir fanden dennoch frisches Obst und Oliven

Sonntag, 26.06.

Samstags und Sonntags findet ein Flohmarkt (Puces) zwischen La Londe und Hyeres statt. Die Kinder und Nicole scharrten schon mit den Füßen. Ja, ich finde ihn auch mal interessant. Anschließend besuchten Nicole und ich noch den Wochenmarkt in La Londe. Der Nachmittag war "Platztag". Karten wurden geschrieben, Wäsche gewaschen, es wurde gelesen oder einfach mal nichts getan. Oh, da der Wind ein wenig zugenommen hatte und ich Böses ahnte, begannen wir rechtzeitig, die Satschüssel neu auszurichten. Das 3:0 der deutschen Mannschaft gegen die Slowakei haben wir deshalb live miterlebt. Samstag und Sonntag meiden wir möglichst die Privatstrände wie Estagnol. Es wird an diesen Tagen sehr voll.

Am Montag war also wieder Strand angesagt. Ich setzte mich durch und wir fuhren zum Plage de Lèoube. Nicht nur, weil der Wind vom Meer kam und uns den Sand "schmackhaft" machte, auch vom Ambiente und obwohl man nicht gefühlte hundert Meter laufen muss, um zu schwimmen, gebe ich zu, Estagnol ist schöner. Die Wassertemperaturen bewegten sich immer noch um die 20 Grad. Spät am Nachmittag wurden im Dia (heißt jetzt auch Carrefour) die Vorräte aufgefüllt.

 

Was im vergangenen Jahr die Mücken waren, plagten uns ein wenig in diesem Jahr die Motten! Nicht so extrem wie beim Endspiel der Fußball-EM (wir hatten ja auch kein Flutlicht), aber am Abend musste man vorm Trinken in jedes Glas schauen. Sonst konnte es passieren, das der Schluck nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Kauen wurde.

Es ist schon schön, liebgewonne Dinge zu wiederholen. Ein Urlaub, da muß für mich auch etwas Neues dabei sein. Nach so vielen Jahren hier wird es jedoch immer schwerer, im erfahrbaren Umkreis Überraschungen zu erleben. Ich fand während unserer Strandaufenthalte einige Neues in den Reiseführern und gab die Vorschläge demokratisch zur Entscheidung in die Runde. Am Dienstag (27.06.) wollten wir also nach Lorgues (Loorsch gesprochen), das Kloster Thoronet besichtigen und in einem Stausee (Lac des Clacès) baden. Im Stausee baden? Jeder Kenner der Gegend ahnt, das dies kein guter Plan ist. Meist sind dies "Wasserreserverven" für die Gegend. Wir fragten die Besitzerin unseres CP (Campingplatz, ihr erinnert euch?). Sie erzählte, dass sie vor vielen Jahren dort war und es ein Badesee sei. Ich nehme es mal vorweg, nein, kein Baden möglich.

Der Reihe nach! Lorgues lohnt sich wegen des Ortes (typisch provenzialisch und unkommerziell), vor allem aber Dienstags, denn dann ist dort Markt. Übrigens sind die Reiseführer von Michael-Müller-Verlag die Einzigen, die für jeden beschriebenen Ort auch die Wochenmärkte benennen.

 

St. Abbey du Thoronet ist ein ehemaliges Zisterzienserkloster und einen Besuch wert.

                       

Am Abend wollten wir mal wieder Grillen. Spieße sollten es sein, Selbstgemachte! Verschiedene französische Gemüsearten und verschiedenes Fleisch wechselten sich ab. Es war SUPERLECKER! Spaß hatten wir später auch beim Rommè.

Wir fuhren am Mittwoch an den Strand von Estragnol. Was ist mit dem Wetter los? 23 Grad, bedeckter Himmel und die Wassertemperatur war fast identisch mit der Lufttemperatur. Am Abend haben wir unser Kugeln geschnappt, Baquette und Bier (ja, sorry) und haben oben in der Altstadt von Bormes auf dem Boulodrome Petanque gespielt.

Was fehlt hier bisher in unserem Urlaub? Richtig: Ein Besuch in St.Tropez! Der ist Tradition.

Es gibt da einen riesengroßen Kreisverkehr, bevor man unwiderruflich in Richtung St.Tropez abbiegt. In der Mitte ist ein Supermarkt (Gèant). Seit einigen Jahren schon fahren wir hier in Richtung Port Grimaud, um mit der Fähre stressfrei nach St. Tropez zu gelangen. Im Kreisel fahrend, meinte ich zu meinen Mitreisenden; es ist hier aber merkwürdig leer. Lasst uns doch mal mit dem Auto wieder nach St. Tropez fahren. Ja, die 6-8 Km können sonst schon mal 1-2 Stunden dauern. Wir schafften es dieses Mal in 15 Minuten bis zum Parkplatz am Hafen (5 Stunden Parken für 11,20 Euro).

Unser erstes Ziel war die Gendamerie. Wir waren sehr neugierig und sehr gespannt. Im letzten Jar eine absolute Baustelle mit dem Versprechen auf Plakaten, ab 2016 ein Filmmuseum zu schaffen, haben die Franzosen das doch tatsächlich geschafft! Für uns Deutsche ein Phänomen, den Plan einzuhalten. Da fällt mir noch eine andere Abweichung zu deutschen "Versprechen" ein. Die Fertigstellung von Baustellen auf der Autobahn in Frankreich werden mit Tagesdatum plakatiert!! Ich schweife ab. Die Gendamerie Nationale, das Gebäude, wodurch wir Luis de Funès kennen- und lieben gelernt haben ist als Filmmuseum geöffnet! Alle Regisseure, die jemals in St.Tropez gedreht haben und Schauspieler, die in dieser Gegend aktiv waren, finden hier ein Zuhause (4,- pro Person, es lohnt sich!!!!!!!!!!!!!!!!!!).

          

 

Ein Bummel durch die Stadt ist immer wieder schön, wenn man sich einfach nur treiben läßt. Ein Kaffee im Sènèquier kostet zwar von Jahr zu Jahr in wenig mehr, das Gefühl des SEINS ist er aber wert. Hoch zur Zitadelle, das war noch ein Ziel von uns. Oh, der Kommerz hat auch hier zugeschlagen. 2013 noch gratis, ist jetzt der Eintritt kostenpflichtig. Und das eigentlich nur wegen der schönen Aussicht. Die Zitadelle als "Museum", na ja, wer es mag. Da wir in den vergangenen Jahren schon zweimal oben waren, kennen wir die Wege dort oben drumherum!

 

                            

     

Mit diesen letzten Impressionen verabschieden wir uns aus St.Tropez und verleben den Freitag (01.07.) am Strand von Estragnol bei wunderbaren 27 Grad, Wassertemperaturen von 23 Grad und einer lecker gefüllten Kühlbox. Abends gab es kleine Kartoffeln mit Dips und Klösschen. 20:00 Uhr, lese ich gerade im Tagebuch, waren es noch 25 Grad. In einigen Tagen ist auch unser Aufenthalt in Bormes leider zu Ende.

Unseren Heimweg, der so ca. eine Woche dauert, den beschliessen wir eigentlich konkret erst, wenn es ernst wird. Wir einigten uns diese Mal darauf, für drei Tage Arles und die Camarque zu besuchen. Mücken in der Camarque, erwähnt von mehreren Reiseführern führten zur Entscheidung: Anruf beim CP "L'Arlésienne" bei Arles. "...Oh, klar, kommt vorbei, wir haben Platz, aber erst bitte ab 14:00..." Das war die Antwort der charmanten Stimme am Telefon. Das machen wir, war unsere Antwort. So mal ganz nebenbei: Keiner von uns beiden hatte Französisch in der Schule. Autodidaktisch, Liebe zu diesem Land, einige wenige Lektionen an der VHS und etwas Phantasie, das reicht wirklich, wenn man will.

Da die Tage und Stunden nun eng werden und das Meer rief, entschlossen wir (Nicole und ich) uns, tatsächlich an einem Samstag (02.07.) den Plage Estragnol aufzusuchen. Aus dem Tagebuch: 10:15 am Strand, 2h später Handtuch an Handtuch, Wasser bei 24 Grad, mittags dreht der Wind auf Süd und die Wellen kommen. Anna und Marco hatten sich für diesen Tag eine Wanderung um die Halbinsel Giens bei Hyeres vorgenommen.

Die beste Pizza der Gegend gibt es am Kreisel, dem Round-Point de la Baou. Von der Avenue du Mistraou aus Bormes kommend in die Route de Bènat einbiegen und nicht in dieser Route reinfahren sondern sozusagen geradeaus neben der Pizzabude parken. Dort versorgten wir uns für diesem Abend. Ab 21:00 verlebten wir ein absolut spannnendes Fußballspiel zwischen D und Italien.

Sonntag, 03.07.

Während Nicole mit Anna und Marco und einem erwartungsvollen Lächeln noch einmal den Flohmarkt besuchten, fing ich total entspannt an, so langsam unser zweiwöchiges "Zigeunerlager" aufzulösen, Dinge im Wohnwagen zu verstauen und in Kisten für´s Auto zu packen. Mittags machten wir alle Siesta, um am Nachmittag noch einmal nach Le Lavandou zu fahren. Während die beiden Jungs das Meer genossen, bummelten die Mädels an Geschäften vorbei (Haha). Wir trafen uns im Cafè und schauten den Petanquern zu.

Resteessen, Petanque und Rommè beschlossen den Abend und unseren letzten Tag in Bormes Les Mimosas. Das Mobilhome wurde bezahlt (500,-), der Platz für den Wohnwagen ergab 300,-

04.07. der Montag, wir reisen ab. Ich besorgte mal 4 Baquette, auch wegen der Wegzehrung. Von unseren belgischen Nachbarn, die bestimmt schon viel öfter hier waren, bekam Nicole noch ein Lorbeersträußchen zum Abschied geschenkt. Wir revanchierten uns mit unserem Basilikumbäumchen, welches wir jedes Jahr bei Ankunft in Bormes kaufen. Es versorgt uns über die ganze Zeit mit frischem Basilikum. Wir bedanken uns bei ihm mit regelmäßigem Giesen. Das findet der auch gut und wächst während unseres Aufenthaltes schneller, als wir pflücken.

Gegen 10:30 fuhren wir alle gemeinsam aber in verschiedene Richtungen los. Während Anna und Marco sich über Italien auf den Weg nach Kempten machten, bogen wir in Richtung Westen ab und erreichten über Toulon, Aix en Provence gegen 14:30 den CP in Arles. Und es war heiß. Wir bauten unser Domiziel bei 38 Grad auf. Die Sonnenblende gehörte zum Überleben. Erholt haben wir uns knapp 2 Stunden später im Pool und bei einem Glas Bier (Leffe). Auch in der Nacht war es sehr warm. Der Campingplatz l'Arlésienne ist relativ groß, parzelliert, am Rand kaum schattig und relativ zentrumsnah an Arles gelegen (ca 5 Km). Wir erwähnten bei der Anmeldung, dass unser Wohnwagen über 7m lang ist und bekamen extra einen etwas am Rande gelegenen Platz. Mittig wird es eng ohne Mover. Bestückt mit einem schönen Pool und nettem Restaurant und vor allem netten Personal lassen die Sanitäreinrichtungen doch etwas zu wünschen über. Das größere Sanitärgebäude beim Pool/Restaurant ist dunkel und alt, dass Neue zu klein. Dahinter wird aber schon angebaut. Die Preise sind in Ordnung. Wir zahlten pro Nacht 26,- . Ab und zu hört man tagsüber einen Zug auf fast 1000m, ein Militärflugplatz muss in der Nähe sein. Dreimal kamen die Dinger mit etwas Lärm über uns hinweg. Nun waren wir aber von der Ruhe in Bormes wahrscheinlich auch etwas zu verwöhnt. Zum ersten Mal überhaupt fanden wir eine Parzellierung der Plätze gut. Ab 16:30 warf die Hecke genug Schatten, so dass wir aus den 38 Grad in 32 Grad "rutschen" konnten.

  

  

 

Zuerst in die Camarque oder nach Arles? Unser Reiseführer verriet uns, am Mittwoch ist Flohmarkt und Wochenmarkt in Arles. Also los, heute auf nach Saintes Maries de la Mer! Von unserem CP sind es knapp 40km, die sich nach dem Verlassen von Arles sehr entspannt fahren lassen. Die Gegend ist sehr weitläufig, die Strassen sehr überschaubar. Das Musèe de la Camarque hat Dienstags geschlossen. Es machte auch einen recht trostlosen Eindruck. Wir beschlossen sehr schnell, uns nicht zu ärgern. Am westlichen Ortsrand von Saintes Maries de la Mer gibt es einen riesengroßen Parkplatz, der kostenlos ist. Von dort aus waren wir zu Fuß nach 10 min. am Hafen. Schwarze Stiere und weiße Pferde wollten wir sehen. Nun Flamingos, das war nicht die richtige Jahreszeit. Dank campen.de wußte ich, dass vom Hafen aus Bootsfahrten angeboten werden auf der petite Rhone. Stark kommerziell, aber für einen kurzen Tagesausflug die wohl beste Chance, diese Tiere aus der Nähe zu sehen. Wir ergriffen sie. Bevor die Bootsfahrt begann, schlenderten wir durch den Ort. Boutique, Eisladen, Souvenirshop und Restaurant wechseln sich ständig ab. Alles ist sehr sauber und sehr voll! Das Highlight ist die Kirche, abgesehen von der Verehrung der Heiligen Marie Jacobé und Marie Salomè in der Kirche, sollte man (weil, es geht) auch auf das Dach der Kirche klettern.

     

   

   

   

               

14:30 ging es dann auf das Boot. 12,- für 1,5 Stunden, die Preise sind bei allen 4 Anbietern am Hafen gleich, die Abfahrtszeiten, ja selbst die Boote sind identisch. Wir haben es nicht bereut. Lufttemperatur um die 30 Grad, Wasser bei 19 Grad!

      

    

    

Anschließend suchten wir uns ein ruhiges Cafe und auf dem Heimweg zum CP kauften wir Obst ein. Es gibt zwischen Saintes Maries und Arles mehrere Möglichkeiten:

Ich erwähne hier noch, dass wir für 1,21 Euro beim Discounter tankten und im Aldi einkauften. Aldi ist im Süden Frankreichs im Vergleich zu den letzten Jahren total auf dem "Vormarsch"...größer, aber mit bekannter Anordnung.

Am Mittwoch (06.07.) sollte es nun Arles sein. Aber wie? Mit den Rädern wollten wir die etwa 5 km fahren. Dann kam die Erinnerung, das wir auf der Fahrt zum CP keinen Fahrradweg gesehen haben, die Straßen schmal waren und der Verkehr immens. Die beiden Leute vom CP, die wir nach Fahrradwegen fragten, gaben unterschiedliche Auskünfte. Leider beschlossen wir, mit dem Auto zu fahren. Erstens sahen wir nämlich den Fahrradweg und zweitens fanden wir erst nach sehr langer und Schimpfwörter gebrauchender Zeit eine Parklücke. Ich lese gerade, wir haben 45 min. gebraucht, um die Parklücke zu finden. Zwei Märkte zur gleichen Zeit in Arles bedeuten logischerweise, große Parkplätze werden anderweitig gebraucht, die Anzahl der Autos nimmt aber an so einem Tag eher zu. Das internationale Festival der Photografie fand auch zu der Zeit statt. Und ja, der Tag war wieder sehr warm!

Nachdem wir über den Markt gebummelt sind, näherten wir uns der Altstadt. Sie läßt sich gut zu Fuß erlaufen, alle Sehenswürdigkeiten sind dicht beieinander, denn Arles ist ja nicht groß. Ohne den Besuch in Museen und den römischen Ruinen hat man Arles in 3-4 h komplett erkundet. Das Colosseum in Nimes hatten wir uns im vergangenen Jahr angeschaut, das Theater ist "total kaputt"...

    

 

   

   

                            

...Es gibt leider in der Altstadt kaum Grün (kein Platz). Da mein weltbeste Köchin unbedingt Reis aus der Camarque haben wollte, und in Arles der Kaufpreis dem von hochwertigem Silber ähnelte, fuhren wir noch einmal ein Stück in Richtung Camarque zu dem Geschäft, wo wir am Tag zuvor Obst gekauft hatten. Erholt haben wir uns im Pool!

Am Donnerstag (07.07.) ging es weiter in Richtung Norden, gen Heimat. Um 8:30 bei 24 Grad frühstückten wir, bei 28 Grad gegen 10:30 fuhren wir los. Über Avignon wollten wir auf der Route National bis Orange. Irgendwann meinte Navi, rechts abbbiegen, wir haben dies nicht geglaubt und fuhren nicht nur links um Avignon herum sondern dann auch über Dörfer mit engsten Straßen bis Orange. Roquemaure befahrt nicht mit Wohnwagen! In Orange ging es auf die A7 in Richtung Lyon/Dijon bei über 30 Grad. Nun wir haben ja Klimaanlage. Warum ich die 30 Grad dennoch erwähne sind den Problemen geschuldet, die unser Auto damit hatte.

Es passierte zwischen Vienne und Lyon. Stellt euch vor, mehrspurige, vielbefahrene Autobahn, es geht leicht bergab bei ca 95km/h, der Wohnwagen schiebt ein wenig und ihr überholt gerade einen LKW. Plötzlich geht nicht nur der Motor aus, nein, das gesamte Amaturenbrett ist plötzlich dunkel, keine Servolenkung funktioniert mehr.

Wir rollten also nur noch. Eine Nothaltebucht für das gesamte Gespann schickte uns im richtigen Moment unser Schutzengel. Danke an dieser Stelle!! Mir kam das Problem mit dem Auto  bekannt vor, nicht nur von unserem diesjährigen Aufenthalt in Les Mees. Auch im vergangenen Jahr passierte Ähnliches, allerdings nur zweimal beim Rangieren. Damals fand unsere Werkstatt nichts! Ich weiß, falsche Werkstatt. Aber bei Garantieleistungen muss man nun einmal zum Vertragshändler.

Also erst einmal Motorhaube aufmachen. Nein, na klar, erst einmal die Warnweste anziehen. Die war bis jetzt noch verschweißt gewesen. Und nun heißt es warten. Nach 10 Minuten läuft er nämlich kourioserweise wieder. Nach etwa 5 Minuten hielt hinter uns der Pannenhilfsdienst. Entweder lag es daran, dass die Autobahn sichtlich videoüberwacht ist, oder jemand gab sich als Pannenhilfsdienst aus und wollte unser Auto klauen. So glaubte jedenfalls meine weltbeste Skeptikerin. Na ja, Auto lief wieder tadellos, dem Pannenhilfsdienst haben wir für das Vorbeischauen gedankt und wir fuhren mit einem mulmigen Gefühl weiter. Was mich betrifft, bezog sich das Gefühl eher auf das Weiterkommen mit dem Auto.

Hinter Lyon, noch auf der A7 haben wir an einem Rasthof getankt. Das war echt nervig. Entweder mit Karte an der Säule tanken oder an der Kasse im Gebäude den exakten Betrag in bar vor dem Tanken bezahlen. Bis ich das verstanden habe.....

...Unser nächstes Ziel hatten wir in Arles in´s Auge gefasst. Beaune sollte es sein. Den CP in Meursault hatten wir in unserem Campingführer gefunden. An dieser Stelle danke ich auch mal dem Verlag, der unsere "Bibel" für CP in Frankreich verlegt: "Le guide officiel camping caravaning".

Gegen 17.30 nach 450km kamen wir ohne weitere Probleme auf dem CP in Meursault an. Der Platz liegt ca 6km südlich von Beaune. Hier (!) kamen wir endlich wieder runter. Denn wir wurden herzlich und mit einem ehrlichen Lächeln empfangen. Einen schönen Platz für zwei Nächte, möglichst in der Nähe der Sanitärgebäude? Klar haben wir! Mit Blick auf unseren Wohnwagen fragte sie nach Mover. Klar, haben wir! Brauchten wir aber dann gar nicht. Hab den Wohnwagen gut rangiert. Die Leichtigkeit des Sein hatte uns plötzlich wieder gefunden. Und der Platz ist wirklich ein Traum und mal so ganz anders. Ich vermute eine geschliffenen Schloßruine. Es waren Teile von alten Mauern, Treppen und Balkonen auf drei Ebenen zu erkennen. Überzeugt euch selbst:

   

   

  

Die Plätze sind unpazelliert, schattig und sonnig auf Wunsch und Verfügbarkeit, nur durch die Ebenen getrennt, der Pool ist klein, das Restaurant aber sehr fein. Der Preis komplett lag in der Hochsaison bei 26,- pro Nacht. Wir hatten den Platz Nr. V4. In unmittelbarer Nachbarschaft (15m) summte das Gebläse der Küche des Restaurant. Ab ca. 21:00 wird es aber ausgestellt. Meursault gehört zu den Orten, wo prämierter Weiswein angeboten wird

   

Das feine Restaurant, das war für uns ein Handycap. An diesem Abend spielte D gegen F. Ja, es war immer noch Fußball-EM in F. Die hatten einen TV (ca 80cm Diagonale), der dann auch angestellt wurde, ohne Ton. Die Leute im Restaurant schienen sich auch nur für das Essen zu interessieren. Das war uns aber zu blöd. Hätten wir vorher schon das Ergebnis gekannt...Wir also zurück zu unserem Wohnwagen während die Mannschaften ihre Nationalhymnen mehr oder weniger mitsangen, Schüssel und TV aufgebaut (perfekte Sicht in Richtung Süden und Osten), ein Weinchen und Nüsse hingestellt, bis Bild und Ton da waren, dauerte es insgesamt höchsten 10 min...

... und erlebten gemeinsam das Debakel live, in Farbe und mit schöner Aussicht!

Am Freitag frühstückten wir gegen 9:00 auf unserer "Terasse" bei 22 Grad und Sonnenschein. Die Nacht mit 19 Grad war ideal. Anschließend ging es los nach Beaune. Es gibt einen direkten Fahrradweg über 6 Km, wir hatten jedoch keine Lust, die "Berge" zu bezwingen. Ja, nee, es ist schon sehr hügelig! Auf dem Place de Madeleine in Beaune kann man gratis und sehr zentrumsnah parken. Beaune ist nun auch keine Großstadt. Auf Dijon hatten wir keine Lust, können wir evtl. später noch mal besuchen. Beaune ist ein Städtchen, welches den Besuch auch lohnt. Der Ort ist touristisch nicht überlaufen. Wobei, die Hauptattraktion ist tatsächlich das Hôtel-Dieu ! Als Hospital gegründet von "superreichen" Adligen im Jahre 1443 und in erster Linie, um die Ärmsten der Armen zu behandeln, wirkt es noch heute als Museum und mit dem Besitz von Weinbergen als Geldgeber des neuen Krankenhauses in Beaune. Wir sind eigentlich "Museumsmuffel". Ich hatte einiges gelesen über das Hôtel-Dieu und wir beschlossen, die 7,50 Euro pro Person auszugeben. Der Eintrittspreis beinhaltet übrigens auch einen Audioguide (viele verschiedenen Sprachen einstellbar). Großartige Idee von uns, mal auf Kultur zu machen!!

   

   

   

Total beeindruck rundete ein anschließender Stadtbummel durch den Ort den Ausflug ab. In einer Brasserie nahm ich die "Plate du Jour": eine Art Gulasch mit Senfsauce und Pommes, Nicole traf mit einem Rinderschmorbraten an Rotweinsauce und Kartoffelpüree die bessere Wahl.

   

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir im Pool, mit Spazierengehen über den Platz und nach dem Abendessen mit Petanque quer über leere Stellplätze. Dabei sah uns ein kleines Mädel zu, die mit ihrer Decke immer hinter uns herrutschte. Wir spielten offen (Robert weiß, was ich meine). Im Gespräch mit ihr und ihren Eltern erfuhren wir, dass sie aus Schottland sind und genauso begeisterte Frankreichurlauber sind wie wir.

09.07. sind wir an diesem Samstag gegen 8:00 bei 22 Grad aus den Betten gekrabbelt, in der Sonne waren es schon 29 Grad. Gut gefrühstückt, sind wir gegen 9:45 in Richtung Osten gestartet. Unser Ziel hatten wir am Abend zuvor schon ins Auge gefasst. Wir fahren erst einmal in Richtung Heimat, wo und ob überhaupt noch eine Zwischenübernachtung notwendig ist, beschliessen wir während der Fahrt. Ja, so entschlußfreudig sind wir im Urlaub bezüglich des nächsten Zieles. So geschah es dann, dass wir nach 340 km, gegen 14:30 in Molsheim (Nähe Strassbourg) auf dem dortigen Camping Municipal landeten. Dies wurde während der Fahrt einfach mal so beschlossen. Wir wollten auch solange wie möglich noch in Frankreich bleiben. Bis Belfort blieben die Temperaturen bei ca 25 Grad, dann wurde es immer heißer und wir erreichten die (!) 30 Grad. Bei Lyon war es die Temperatur, wo unser Auto nicht mehr wollte. Es hielt durch! Wohl auch, weil wir hinter Belfort einige Pausen machten und die Motorhaube öffneten.

Etwas enttäuscht waren wir dieses Mal aus zwei Gründen vom Platz. Das dazugehörige Freibad wird renoviert und ist also geschlossen. Samstags (wie sonst immer) gab es auf dem Platz keinen Flammkuchen. Für Fotos zum Platz verweise ich speziell auf: http://www.schlumpi007.de/france_2012.htm. 2014 verbrachten wir sogar komplette 3 Wochen bei sehr durchwachsenem Wetter auf diesem Platz in Molsheim. Die Übernachtungspreise haben sich übrigens innerhalb der letzten 4 Jahre nur um Cent verteuert.

Unsere Vorräte füllten wir im Supermarkt auf, getankt wurde für 1,09 beim Discounter (ah, wir nähern uns Deutschland), abends hatten wir Flammkuchen und Gallettes aus eben diesem Discounter, war aber ok. Unser Platz war in diesem Jahr der Platz Nr. 53. Sehr schattig unter Lindenbäumen, die ob der Blüte nicht nur traumhaft dufteten. Sie waren auch summig!? In diesen zwei Bäumen waren Bienen, Hummeln und was weiß ich unterwegs...Dennoch hatten wir am Spätnachmittag noch 28 Grad, es wehte jedoch ein erholsames Lüftchen.

Sonntag, unser Ankunftstag in Hildesheim...

Da wir nur das Nötigste vor dem Wohnwagen hatten, kamen wir nach gutem Frühstück gegen 9:30 bei 24 Grad los und wollten die letzten 550 km hinter uns bringen. Nicht das wir wollten, aber am Dienstag geht die Arbeit wieder los. Also, Augen zu und durch!

Vielleicht habe ich das schon mal geschrieben: Sonntags auf deutscher Autobahn ist für Gespannfahren gut bis sehr gut. Wir hatten kaum LKW, haben mehrmals Pause gemacht (ja, immer mit geöffneter Motorhaube), haben in Kirchheim auf dem Autohof für 1,12 getankt und kamen um 17:30 daheim an. Tiefenentspannt geht anders, denn sowohl nach Göttingen, kurz vor Rhüden und beim Rangieren vorm Haus, beschloß unser PKW immer mal wieder, für eine gewisse Zeit zu sterben. Am Montag gehts ab in die Werkstatt, ein Vierteljahr hat er noch Garantie. Wie diese Werkstatt dann das Problem gelöst hat (ich zweifle an der Lösung), in welcher Zeit, mit welchem Service.... Darüber könnte ich bis zur letzten Seite des Internets schreiben. Meine weltbeste Miturlauberin hat aber gesagt, ich soll mich nicht aufregen. Dieselpreise in HI an diesem Tag waren übrigens bei unter eine Euro!

Was bleibt? Es war in diesem Jahr ein etwas anderer Urlaub. Das merkt ihr auch schon daran, das hier mal mehr Text als gewohnt steht. Es war toll und schön, wie eigentlich immer. Nur...

...wir überlegen, im nächsten Jahr mal ganz woanders hinzufahren, ehrlich! Atlantikküste reizt mich ja total, aber: Sonnengarantie ist nicht! Vielleicht Istrien oder Kroatien? Wir werden sehen. Schön wäre, wenn unsere beiden Kinder wieder dabei wären.