Unsere diesjährige Tour durch die Provence starteten wir am 03.07.2009.
Bekannte (Hallo Marion&Gunnar), mit denen wir in diesem Jahr den Urlaub gemeinsam verbringen wollten, schlugen vor,
schon am Freitag spätnachmittags loszufahren. Zu der Zeit wären die Urlaubsvorbereitungen eh' schon abgeschlossen und ob wir jetzt am Samstag sehr früh starten, oder am Freitag noch ein paar Kilometer Richtung Süden fahren, wäre doch eine Überlegung wert. Recht hatten sie!
So konnten wir noch fast 400 km über die A7 und A5 fahren und übernachteten auf dem Autohof bei Bensheim:
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Ausgeschlafen kamen wir so über Freiburg, wo unsere Tochter Anna zustieg, bis Quingey (ca 25km südlich von Besancon), und dies auch noch zu einer Zeit, wo es nicht nur "schnell ins Bett" hieß. Wir hatten noch Zeit, uns etwas zu erholen. Der Campingplatz liegt beschaulich an der Doubs und ist als Zwischenübernachtungsplatz zudem sehr (!) preiswert.
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Sonntag, 05.07.2009
Unser erstes Ziel für mehrere Tage war die Gegend zwischen Sisteron und Manosque an der Durance. Wir hatten mehrere Campingplätze auf der "Liste". Entscheiden wollten wir kurzfristig.
Ausschlaggebend für die Liste waren der Preis (2Personen mit allem Drum und dran unter 20.- pro Tag) und Bademöglichkeit.
Durch unseren Start am Freitag blieben die einzelnen Tagesabschnitte überschaubar. Wir landeten am frühen Nachmittag auf dem Campingplatz in Oraison.
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Der nächste Tag führte uns über die Hochebene von Valensole mit blühenden Lavendel- und Sonnenblumenfeldern...
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...zum Grand Canyon du Verdun...
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...und über Riez zurück nach Oraison.
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Sicher gibt es von unserem Standort aus noch viele schöne Dörfer und Landschaften zu sehen. Wir (Nicole&Harald) kennen die Gegend aus vorherigen Reisen und da der Ruf des Mittelmeeres für uns alle nicht zu überhören war, fuhren wir am Dienstag (07.07.09) die letzten ca 200 km bis Bormes les Mimosas.


Unser Ziel war der Campingplatz  "Le Chevrerie", ein Camping a la Ferme in Bormes les Mimosas. Zu diesm Platz gibt es (noch) keine Internetseite.

Nachdem die Pächter unseres Lieblingsplatzes in Bormes sich ohne Nachfolger zur Ruhe gesetzt haben, suchten wir schon 2007 einen Nachfolgeplatz und fanden den "Le Chevrerie". Die Anfahrt gestaltet sich etwas problematisch. Wenn man/frau nämlich denkt, hier gehts nicht weiter, geht es doch weiter zum Platz (einfach den Schildern und dem Navi vertrauen).
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Der Platz bietet außer Strom, Baquette-Bringdienst und einem sauberen Sanitärgebäude keinen weiteren Luxus. Dies ist genau die Art Platz, die unserem Erholungsbedürfnis entgegen kommt.
Zum Dorf und zum Strand sind es jeweils ca 4 km. Den Wein kann man sehr, sehr preiswert und lecker in der Cooperative  "Caveau deï Bormani - Cave Coopérative", Chemin de Content in Bormes kaufen.  
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Während unserer gesamten Tour war dies auch der einzige Platz, den wir vorgebucht hatten. Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, als uns einfiel, das wir ja auf der Rücktour in der Nähe des Mont Ventoux einige Tage bleiben wollten und 2 Tage nach unserer Abfahrt der Troß der Tour de France dort vorbei kommen sollte. Doch dazu später mehr.
Vom 07.07. bis 19.07.09 verbrachen wir sehr schöne Tage am Meer, meist am Plage Estagnol:
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So gut wie jeder Ort in der Provence veranstaltet mindestens einmal in der Woche einen Markt. Die schönsten in der Nähe unseres Urlaubsortes finden Sonntags in La Londe des Maures und in La Croix Valmer (Foto) statt:
  markt1 2004, 2006 und 2007 findet ihr hierzu, wie auch zu den anderen, folgenden Orten                                                                                                                                                                                                                     umfangreiche Fotos.

Unsere Tagestouren führten uns wieder einmal nach Marseille....(auf dieser Tour wurde mein Geburtstagswunsch geboren, ein neues Navi zu besitzen. Marion und Gunnar waren schon lange am Ziel, als unser Navi uns noch haarsträubend durch enge Gassen führte.)
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...nach Port Grimaud und St.Tropez....
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...nach Hyeres...
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....nach Le Lavandou....
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...und eine Tagestour über Bandol und Sanary-sur-mer an der Küste entlang bis St. Mandries-sur-mer:
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An dieser Stelle muß ich doch mal einige Sätze über das Wetter los werden.
Wir waren es bisher einfach nicht gewohnt, dass es im Juli am Mittelmeer regnet. Ja, richtig gelesen! wir erlebten zweimal Regen. Diese dauerte zwar nur wenige Minuten, und war gerade stark genug, dass der Staub auf dem Auto und anderen Gegenständen sichtbar wurde. Aber, das kanns ja wohl nicht sein!  ;-))
Was uns ernsthaft Sorgen bereitete, waren starke Winde/Stürme. Wir erlebten zweimal jeweils 3 Tage zusammenhängend sehr starke Winde. Stühle und Tische machten sich selbstständig. Unsere Markise mußten wir einrollen. Andere Camper berichteten, dass der Mistral auch schon in den Wochen zuvor fast regelmäßig die Gegend heimgesucht hatte.  Die Wassertemperatur reduziert sich gleich um 4-6 Grad. Allerdings erwärmt sich das Wasser auch wieder sehr schnell (ca 2 Tage).
Was andere Camper so erlebten, ihre Meinung dazu; siehe Forum von Campen.de .

Am 19.07.09 starteten wir unsere Heimfahrt. Während Marion und Gunnar über Lausanne noch in den Schwarzwald wollten (wir haben die Fotos gesehen, es war bestimmt schön), führte uns die erste Etappe unserer Heimfahrt nach Cavaillon auf den Campingplatz "Camping de la Durance" .
Wie schon erwähnt wollten wir ja eigentlich näher an den Mont Ventoux heran. Während eines erholsamen Tages am Strand, vertieft in die Lektüre der "L'Equipe" fiel mir ein, ich sollte vielleicht mal vorher telefonieren:
Wir hatten ja eigentlich schon eine Liste gemacht. Unsere Favoriten hatten wir am Abend vorher auch "ausgekegelt". Es waren zwar Ferien in Frankreich, jedoch fahren doch die meisten an das Meer, oder !? Und die Tour de France kommt ja erst am Samstag (25.07.09) zum Mont Ventoux. Doch, Moment, wie war das 2004 am
Alp d'Huez ? 2 Tage vorher war kein Reinkommen mehr. Also besuchte ich einige Tage vor unserer Abfahrt mal eine Telefonzelle. Bis zum Zeitpunkt der zweiten Absage war das auch nur ein "auf Nummer Sicher gehen". Dann wurde mir langsam mulmig. Unsere Telefonnummern zogen sich immer weiter vom Mont Ventoux weg in Richtung Luberon. Endlich, in Cavaillon ein "pas de problem".
So landeten wir also auf dem Campingplatz in der Stadt der Melone:
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Im Nach herein sind wir froh, dort gewesen zu sein. Der Platz ist zwar für einen längeren Erholungsurlaub nicht unbedingt geeignet. Wer jedoch Orange, Avignon, Aix en Provence, den Luberon und die Ardeche, ja sogar Marseille im Umkreis von 100km erreichen möchte, für den ist der Platz ideal. Es wird auch deutsch gesprochen (von einer sympatischen Holländerin). Das öffentliche Freibad nebenan ist für Camper gratis. Wir nutzten den Sonntag, um Cavaillon mit dem Fahrrad zu erkunden. Der Ort scheint nicht nur wegen des Sommers, sondern auch in Vorbereitung auf den Markt (am Montag) sich auszuruhen und noch mal tief Luft zu holen. Irritiert waren wir von einigen Jugendlichen, die, als wir unsere Fahrräder auf dem Parkplatz anschlossen, stehen blieben und uns beobachteten. Auch ein getrimmter Golf mit 3 jungen Männern hielt plötzlich an. Wir nahmen unsere Fahrräder also einfach weiter mit.
Der absolute "Hammer" ist der Trödelmarkt Sonntags auf dem benachbarten Sportplatz. Ausgesprochen alte Hausratgegenstände, Militaria, Bücher und anderes mehr. Verglichen mit unseren Märkten dies alles für 'nen Appel und 'n Ei. Ich hatte keinen Fotoapparat dabei (auch nicht genug Kleingeld und vor allem keinen LKW).
Der Wochenmarkt am Montag in Cavaillon ist gigantisch. Praktisch der gesamte Ortskern und seine Straßen sind von Ständen,Buden und Straßenkünstlern übersät.
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Auch hier gibt es mehr Fotos von 2006 .
Um die Mittagszeit verließen wir Cavaillon gen Avignon. in 2006 findet ihr dazu auch einige Fotos. Jetzt, Mitte Juli waren die Musik- und Theaterfestspiele in Avignon jedoch auf ihrem Höhepunkt. Wir lernten nach der beschaulichen nun eine andere Stadt kennen:
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Da sind Kulturen aufeinander gestoßen, wie es besser nicht passieren kann!

Es wurde Zeit, Abschied von unserem Töchterchen zu nehmen. Es war schon schön, sie mal wieder mit mitgenommen zu haben in den Urlaub (Erst gehts gar nicht schnell genug, dass sie allein fahren wollen...)
Unser Sohn hätte hier die Familie und den Spaß komplett gemacht!
Am 21.07. setzten wir sie in Marseille in den Flieger. Wir fuhren auch mit gemischten Gefühlen zum Campingplatz zurück. Denn trotz alledem hatten wir ja noch Urlaub und befanden uns in einer der schönsten Gegenden Europas.
Und wir hatten noch Pläne.
Der nächste Tag war die Tour "vor der Tour". Ich hatte mir vorgenommen, den Mont Ventoux zu befahren!!
Wir verbanden dies mit einem ersten Streckenabschnitt von Cavaillon nach Sault (Lavendel)
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Ich gebe es zu, ich hatte Angst. Einmal davor, meine allerbeste Ehefrau irgendwo für Stunden "abzusetzen", noch mehr aber vor dem Berg. Also fuhren wir mehr oder weniger schweigsam näher ran. Doch irgendwann muß jeder mal "ja" oder "nein" sagen. wir waren auf etwa 1.400m Höhe, als ein großer Parkplatz und Gaststätte mit vielen Menschen mir sagten, hier oder nie. Zum Gipfel waren auf ca. 6km noch ca. 600 Höhenmeter zu bezwingen. Es ist auch die Stelle der Baumgrenze. Folgende Bilder wurden zum Teil nicht mehr bewußt von mir gemacht. Ich habe nach meiner Rückkehr vom "Berg" erst spätabends wieder alles klar gesehen :-)
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Ja, da mußte (wollte) ich durch.
am letzten Tag im Luberon haben wir uns mehr oder weniger auf die Spuren von Peter Mayle begeben. Wir hatten keine Absicht, ihm zu begegen, jedoch fanden wir es interessant, seine Beschreibungen mal live und Farbe nach zu empfinden. So führte uns also unser letzter Ausflug von Cavaillon nach Menerbes, weiter über Lacoste nach Bonnieux; und über Boux und Lourmarin wieder zum Campingplatz in Cavallion:
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Im Cafe "Gaby" haben wir lecker Mittag gegessen. Empfehlenswert!
In verschiedenen Reiseführern als das Non plus Ultra des Luberon in Lourmarin beschrieben, waren wir doch etwas entäuscht vom Super Taf. Nicht von der Auswahl des Sortiments. Nein, dies ist wirklich lebenserhaltend und lebensbejahend. Der Inhaber (beschrieben als Unikum und erlebenswert) läßt sich heuer von Aushilfskräften (Schüler, Studenten) vertreten.

 Am 24.07 2009 traten wir unsere Heimreise an. wir fuhren einfach erst einmal los. Von Cavallion schien es uns vernünftig, über die Autobahn in Richtung Norden bis Höhe Valence zu fahren. Dort bogen wir ab in Richtung Grenoble. Vom Süden (in den Jahren zuvor) oder vom Westen (wie dieses mal) kommend verließen wir hinter Grenoble bei Voiron die Autobahn.
Hinter der Abfahrt und "Zahlstelle" von Voiron haben wir mal gebremst und die Kamera in's Tal in Richtung Grenoble gehalten:
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Mehr oder weniger zufällig auch wegen der Kilometer hatten wir gegen 17:00 keine Lust mehr und waren (uhps) gerade bei Quingey. Kennen wir, ist nett, ist preiswert, Sanitär super. Übernachten wir. Der "Aufschreiber" erkannte uns wieder und wir erzählten ein wenig.
Am 25.07.09 (Samstag) fuhren wir weiter und wollten eigentlich noch mal "zwischenübernachten". Trotz Stau (nicht in Frankreich !) und "spritsparender" Fahrweise (insgesamt 9,5l/100km) rollten wir so gut Richtung Heimat, das wir erst vor der Haustür gegen 21:00 anhielten.
Zu hause ist es auch schön. Auf unsere nächste Tour durch Frankreich freuen wir uns aber dennoch schon wieder.