Sternzeit 2014....Wir sind auf der Fahrt in unseren Jahresurlaub mit Wohnwagen. Seit 10 Jahren am Mittelmeer reisen wir in diesem Jahr zwar auch nach Frankreich, jedoch für drei Wochen in's Elsass. Warum? Im letzten Jahr überlegten wir uns einen Urlaub in den USA im September 2014. Also war klar, in dem Jahr geht es nicht zu unserer geliebten Bucht. Na gut, nicht nur die; die Provence und die Cote Azur sind schon kuschelig für unser Wohlbefinden. Einsparung, ja; aber Frankreich gar nicht; das geht so nicht! Also fingen wir an, zu sparen. Dann kam die Streckenführung der Tour de France für 2014 hinzu. Drei Tage sind die Jungs im Elsass unterwegs. Im April meinte unser Sparschwein: Ins Elsass, das schafft ihr! Also haben wir gebucht. Unser Töchterchen hat fleißig mitgespart. Dann meldete sich unser Sohn. Er komme mit Freundin auch für eine Woche. Unsere Freunde aus Stuttgart meinten nun, das ist ja für uns um die Ecke: Wir kommen mal vorbei. Schließlich meinte auch die Tochter unserer Ina aus Stuttgart ( Pardon, eigentlich Leonberg), das trifft sich, ich komme auch mal rum.

Holla, wo bleibt unsere Erholung? Ich greife mal vor: Es hat uns sehr viel Spaß gemacht. Es war wunderschön. Wir hatten sehr viel Freude mit Allen, die dabei waren!! Wermutstropfen: Unser Meer (DAS Meer) hat uns schon gefehlt. Wir holen das nach! Versprochen!

Nun sind wir also am 05.Juli (Samstag) gegen 5:30 losgerollt. Dieses Mal fiel mir nach 2km ein, wir haben etwas Wichtiges vergessen. Das Ladegerät für Nicoles Ebike! Wenn Akku leer, dann ist es schwer, ein Fahrrad mit knapp 40kg zu bewegen. Und der Sinn des Ebikes für Nicole ist ja, das ich mit Rennrad endlich mal Jemanden auf meiner Höhe habe. Geschafft und wir waren kurz nach 12:00 ohne Hast auf dem Campingplatz in Molsheim. Den hatten wir uns ausgesucht, da wir Ihn kennen und mögen. Na Super dachten wir, ab 13:00 ist erst Mittagsruhe. Wir kommen noch gut rauf. Ha! Nein, ab 12:00 ist Mittagspause! Glück im Unglück: Der Pächter hat's verpennt, zu zumachen. Wir konnten uns noch anmelden und auf einem fast leeren Campingplatz uns ein wunderschönes Eckchen aussuchen.

           nur 1 (in Worten: "ein") Teil unseres Packens

    

OH ja, wir hatten den Wetterbericht in den Wochen vor unserem Urlaub genau und depri... grübelnd verfolgt. Das hätten wir bestimmt nicht getan, wenn wir an's Mittelmeer gefahren wären. Aber so... Nun, wir beschlossen also, unser großes Vorzelt mit zu nehmen. Übrigens, wenn Jemand den Basilikum im Vorzelt links entdeckt, das ist so immer ziemlich das Erste, was wir kaufen. Jedes Jahr "begleitet" uns während des gesamten Urlaubs ein Basilikum, wird genutzt und gepflegt und mit nach Hause genommen. Dort gepflegt, schafft er es meist bis Anfang November, hilft unserer Erinnerung und den Speisen. Bewundert haben wir uns selbst, dass wir in nicht mal einer Stunde das Vorzelt, mit dem wir sonst kaum Erfahrung haben, so gut aufgebaut haben und es auch den kommenden "klimatologischen Widrigkeiten" sehr gut Stand gehalten hat. Bewundert haben wir auch unsere Vorausschau. Wir hatten an Wetter alles: Supersonne und Hitze, Gewitter, richtig Kälte, Regen bei angenehmen Temperaturen usw.! Zwei Tage bleiben uns im Gedächtnis. Tagestemperaturen bei knapp 13 Grad (Plus) und Nachts...naja, weniger. Wir kauften also einen "Radiator electric" im Supermarkt. Es standen nur Ventilatoren rum (logisch im Sommer). Ein Verkäufer nahm sich unseres Problems an. Er ging ins Lager und brachte tatsächlich drei Heizlüfter zur Auswahl mit. Ob uns dieser Service in D passiert wäre... Ich glaub mal eher wohl nicht. Auch DARUM lieben wir F.

Wie schon erwähnt, hatten wir diesen Campingplatz ausgewählt, weil wir ihn schon kennen. Wir mögen ihn, weil er unparzelliert ist, nebenan ein Freibad ist, welches für die Camper gratis benutzbar ist und weil er trotz der Idylle recht stadtnah ist. Hier, bevor wir euch vom Erlebten berichten, einige Impressionen vom Platz:

  

   

   

                                                     

 

 

Was uns sonst noch Spaß gemacht hat auf diesem Campingplatz: Es gab mindestens 2x wöchentlich eine Fete. Verbunden waren diese mit selbst gemachtem Flammkuchen. Den gab es zumindest 2014 immer aus zwei Gründen. Entweder fand eine Musikveranstaltung statt oder es gab ein Fußballspiel (Public Viewing!) Und WIR wurden Weltmeister!!!!

Was gibt es über Molsheim zu berichten? So wie das gesamte Fahrradwegnetz im Elsass sehr gut ausgebaut ist, kann man zum Beispiel von hieraus sehr schön durch die Landschaft radelnd nach 25 Kilometern das Zentrum von Strassbourg erreichen. Montags Vormittag findet auf dem netten Marktplatz ein relativ kleiner aber ausgesuchter Wochenmarkt statt. "Le Marché Paysan" lasen wir im Internet: Donnerstags von 15:00 bis 17:00 kann man auf einem Bauernhof an einem Stand frisches Gemüse und Obst kaufen. Unmittelbar neben dem Stand schaut ein Pferd aus dem Stall. Im Restaurant "Metzig" am Markt isst man gut. Ein Rundgang durch Molsheim lohnt sich, wenn man schon mal da ist. Extra deswegen braucht man nicht hinfahren. Im Elsass gibt es tausende Orte, die genauso nett sind, viele Orte, die eine Reise eher lohnen. Der wohl berühmteste Einwohner von Molsheim war Ettore Bugatti. Ja, DER mit dem Auto! Hier einige Fotos von Molsheim:

 

 

Auch Flohmärkte interessierten uns in diesem Jahr wieder, klar, den Sommerschlussverkauf nutzten wir auch, um einige "tres chic" Sachen supergünstig zu erwerben. Der Flohmarkt in Wangen, verbunden mit einem Volksfest besitzt die Besonderheit, dass die Einwohner des Dorfes (jedenfalls, wer wollte) ihre Sachen vor der Haustür oder auf dem Hof anboten. Praktisch war also das ganze Dorf ein Floh- und Festmarkt. Hier haben wir zum ersten Mal und später in anderen Orten immer wieder eine für uns seltsame Art des Verkaufs von Getränken und Essen erlebt. Auf Festen im Elsass ist es üblich, sich zentral an einer Kasse verschiedenfarbige Marken für Das zu kaufen, was man wünscht, um dann am jeweiligen Stand für diese Marken sein jeweiliges Getränk oder Gegrilltes  einzulösen. Apropos Gegrilltes: "Knacks" sind labbrig helle, nach Wasser schmeckende kleine Würstchen! Knacks im Supermarkt sind lecker schmeckende kleine Würstchen, die wir gern mit Senf im Baquette unterwes essen. Was machen die mit dem Würstchen? "Mez..." (den Rest weiß ich nicht mehr, sind dunkelfarbene, gegrillte Lammwürstchen. Mir haben die gut geschmeckt. Der Flohmarkt in Strassbourg war eher ein Antiquitätenmarkt. Die Mädels haben dennoch etwas gefunden. Und handeln kann man/frau ja immer. Hier nun Fotos vom Fest und Markt in Wangen, von einem Fest in Barr und vom Markt in Strassbourg:

 

Für uns noch eine Selbstverständlichkeit; unsere Kinder staunten!! Schwalbennester.

 

 

 

Ein besonderes "Fest" erlebten wir in Molsheim am 14.Juli (Nationalfeiertag). Es wurde eine Open Air Rock Oper aufgeführt. Wir gingen hin, setzten uns erwartungsvoll auf eine Bank und merkten aber schnell, hier mischen sich Darsteller mit dem Publikum auf dem großen Platz. Aufgeführt wurde das Spektakel von Laiendarstellern. Klar, es ging um die Zeit der Revolution und um Liebe. Ein Revolutionär liebt eine Adlige, mit Happy End:

 

 

Einige "Schlechtwettertage" (davon gab es einige!) nutzten wir für Ausflüge, zum Beispiel auf die Haut Koenigsbourg:

 

 

 

Wir waren auf dem Mont St. Odille, dem Berg und Heiligtum des Elsass überhaupt. Ich habe keine Fotos. Fragt mich nicht, ich habe den Apparat vergessen. Aus dem Internet will ich hier auch keines klauen. Googelt einfach. Wir können jedoch Jedem nur empfehlen, dort hinauf zu fahren. Es ist ein Ort der Stille, der Mystik. Das Kloster hat eine Magie, die man nur schwer beschreiben kann. Aber jeder fühlt sie.

Logisch, in Strassbourg waren wir auch. Fotos vom Münster und Umgebung:

 

 

 

Fotoimpressionen aus Strassbourg:

 

 

            

 

 

Und Colmar darf nicht fehlen. Auf dem Weg von Molsheim oder Strassbourg kommt man auf der Autobahn an dem Rasthof "Air Haut Koenigsbourg" vorbei. Es gibt auf diesem einen Supermarkt "E.Lerclerc". Dies zur Orientierung. Dieser Rasthof lohnt eine Pause. Es wurde erfolgreich versucht, eine kleine Biosphäre zu gestalten. Und: mehrere Störche haben sich dort angesiedelt und laufen frei herum!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun aber mal etwas ganz Anderes. Bevor es hier mit Fachwerk weitergeht, berichte ich euch von der Tour de France. In diesem Jahr, ich erwähnte es schon, wurden drei Etappen der Tour in den Vogesen und im Elsass ausgetragen. Dieses Monument von Sportveranstaltung ist zum Teil auch Show. Ich bestreite es nicht, genauso, wie ich mir nicht vorstellen kann, dass man am Ende einen Podiumsplatz erreicht, ohne für fast 4.000 Kilometer und diesen Steigungen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 40 km/h ohne Doping auskommt. Soll jeder machen, wie er denkt, seinen Körper, seine Gesundheit verkaufen, wie er es für wert empfindet. Die Tour de France ist und bleibt das Ereignis im Radsport überhaupt. Und nach 2004 haben wir es wieder erlebt. Und es war gigantisch:

 

 

 

 

 

 

 

 

Tausende von Menschen aus den verschiedensten Ländern suchen sich einen Platz, treffen sich und lernen sich kennen, haben ein Thema und es herrscht Frieden, Vorfreude und Spaß! Es ist eine Mischung aus Sportveranstaltung, Familienfest und Kölner Karneval. Man muss es einfach erleben. Übrigens hat Tony Martin (D) die Etappe gewonnen, bei der wir als Zuschauer weilten. An dem Tag war auch das Endspiel, an dem D Weltmeister wurde!! Klar muss ich zur Fußball-WM noch berichten: Es war Zufall, das wir einen Tag, nachdem Deutschland gegen Frankreich gewonnen hatte, losfuhren. Wirklich! Während unseres Urlaubs gab es ja eigentlich nur noch zwei spannende Spiele für uns, das war D gegen Brasilien und das Endspiel. (Trifft ein Holländer einen Deutschen: Hej, sagt der Holländer, wir spielen am Freitag gegen Argentinien! Was ein Zufall, sagt der Deutsche, wir spielen gegen Argentinien am Sonntag.) :-)) Sorry, aber wir haben wieder gespürt, egal, gegen wen D spielt, auf einem Campingplatz ist die Mehrheit (das sind auf einem Campingplatz immer Holländer) jedes mal für die Mannschaft, die gegen D spielt. Im Supermarkt in F wurde meine Tochter später mal vorgelassen mit den Worten:" Ihr seid Weltmeister, bitte schön".

Nun aber genug davon. Eigentlich ist unsere Familie überhaupt nicht fußballinteressiert, höchsten patriotisch.

In einem Reiseführer fanden wir einen Hinweis auf einen Wasserfall in der Nähe. Wir versuchten, uns "Cascades Niedeck" zu nähern:

Jedoch hatten wir keine Lust, mindestens 45 min zu wandern.

Wir besuchten Kayserberg, Riquewir und Obernai. Wir waren in Saverne (ohne Fotos, weil wieder mal den Apparat vergessen) und haben viele andere kleine Orte besucht, meist zufällig. Ich versuche hier subjektiv mal eine Zusammenfassung:  Wer viel Zeit hat im Elsass, sollte sich in den kleineren Orten kuscheln. Wer in drei Tagen das Elsass erleben muss, macht Colmar, Strassbourg, Haut Koenigsbourg und St.Odille (vergesst den Parkplatz mit den Störchen nicht). Ich hatte eigentlich noch vor, Nancy, Metz und Luxembourg zu besuchen, auch Freiburg und der Schwarzwald sind nahe dran. Wir haben es nicht geschafft!                             

  

 

 

 

Und dann meinten wir Radfahrer, eine kleine, abschließende Tour können wir doch noch mal von Molsheim nach Rosheim machen! 12 Kilometer sind ein Witz! Da rollen wir mit dem Rad schnell mal hin! Wie wir auf Rosheim kommen? Wir sind auf den vielen Touren mit PKW auch mal durch Rosheim gefahren. Der Ort gefiel uns schon! Gesagt, getan! Die Tour auf Papier: "Die schönsten Radtouren im Elsass" vom ADAC hat uns unsere Tochter geschenkt. Wir haben uns in Richtung Rosheim darauf verlassen, und fuhren, nein später gingen wir über Weinberge und Steigungen, Alter Falter: Selbst das Ebike von Nicole wollte nicht mehr! Und Sch...Zigaretten und Sch...Kondition. Der ADAC ist auch nicht mein Ding! Rosheim ist ein Highlight! Jedoch wissen die in Rosheim das nicht so richtig. Die haben eine uralte Kirche, eines der ältesten Wohnhäuser in F usw..... Wir wollten uns mal irgendwo hinsetzen und das alles genießen: Ist nicht! Kein einziges Cafe mit Stühlen draußen, Null,Njente,Nitschewo! Wir haben eine für uns befahrbare Strecke für den Rückweg gefunden: In Richtung Bahnhof von Rosheim (Gare des Rosheim), dann umfährt man den Weinberg.

    

                                          Um 1150 ein modernes WC

 

 

 

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Letzter Abend, wir haben schon "einiges" verpackt.

Am 25.07. (Freitag!) ging's gegen 10:00 in Richtung Heimat. Hinter Frankfurt (1. Ferientag in Hessen!) wurde es arg böse voll auf der Bahn. Mit mehreren Kilometern auf der Landstrasse auf Grund einer Vollsperrung wurden wir belohnt. Gegen 17:30 waren wir daheim, "auf dem Hoff".

Ich weiß nicht, wie es euch jetzt nach dem Lesen und nach den Bildern geht. Das Elsass ist sicher eine Reise wert, jedoch drei Wochen oder dieser Bericht....Es reicht uns für viele Jahre. Sicher werden wir dort auch mal wieder für eine Zwischenübernachtung anhalten, auf dem Weg vom Mittelmeer, vielleicht auch mal auf dem Weg vom Atlantik in Richtung Heimat. Für's nächste Jahr haben wir uns fest vorgenommen, nach Bormes les Mimosas zu fahren. Auch die Gegend um Dijon, die Ardeche, Pont St. Michel...., mal wieder Paris..... Es ist ein schönes Land! Adieu, A bientot!